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31.01.2005

16:25 Uhr

Verlust wegen Rückstellung

Wyeth gibt trüben Ausblick

Der US-Pharmakonzern Wyeth ist trotz gestiegener Erlöse aus dem Verkauf rezeptpflichtiger Medikamente im vierten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Sonderbelastungen aus Rechtsstreitigkeiten sind daran Schuld. Mit seinem Gewinnausblick für 2005 blieb Wyeth zudem hinter den Erwartungen von Analysten zurück.

HB NEW YORK. Der Konzern habe im Schlussquartal einen Verlust von 1,76 Mrd. Dollar oder 1,32 Dollar je Aktie ausgewiesen, teilte Wyeth am Montag mit. Die Umsätze seien vor allem dank der kräftigen Nachfrage nach dem Antidepressivum Effexor auf 4,65 Mrd. Dollar nach 4,33 Mrd. Dollar im Vorjahr gestiegen. Das Minus sei eine Folge von Kosten in Höhe von 4,5 Mrd. Dollar im Zusammenhang mit vom Markt genommenen Diätmitteln. Im Jahr zuvor hatte Wyeth ein Ergebnis von 335 Mill. Dollar erzielt und damit 25 Cent Gewinn je Aktie.

Wyeth-Aktien verloren im frühen New Yorker Handel 2,73 % auf 40,25 Dollar.Im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen ohne steuerliche Sonderaufwendungen mit einem Gewinn je Aktie von 2,70 bis 2,80 Dollar. Von Reuters befragte Analysten erwarteten bislang 2,89 Dollar je Anteilsschein. Beim Umsatz stellte Wyeth ein fünf- bis neunprozentiges Wachstum in Aussicht. Getrieben werde der Anstieg vor allem vom Kinder-Impfstoff Prevnar sowie vom Altana-Magenmittel Protonix und vom Antibiotikum Zosyn.

Der in Madison im US-Bundesstaat New Jersey ansässige Konzern hatte bereits im Oktober gewarnt, möglicherweise weitere Summen für eventuelle Haftungsansprüche wegen Rechtsstreitigkeiten um zwei Diätmittel zurücklegen zu müssen. Wyeth hatte 1997 seine Appetitzügler Redux und Pondimin von Markt genommen, da die Produkte mit gesundheitsschädigenden Nebenwirkungen in Verbindung gebracht wurden.

Ohne Sonderaufwendungen erzielte Wyeth einen Quartalsgewinn von 64 Cent je Aktie nach 60 Cent im Jahr zuvor. Von Reuters befragte Analysten hatten allerdings im Durchschnitt mit einem Ergebnis von 67 Cent gerechnet. Beim Umsatz traf der Konzern aber die Analystenerwartungen von 4,64 Mrd. Dollar. Allein mit dem Mittel Effexor setzte Wyeth im abgelaufenen Jahr 3,3 Mrd. Dollar um, ein Plus von 23 %. In diesem Jahr werde das Umsatzplus aber etwas zurückgehen, prognostizierte das Unternehmen. Wyeth rechne mit einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Auch die Umsätze mit dem Altana-Medikament Pantoprazol - in den USA unter den Namen Protonix bekannt - legten im vergangenen Jahr zu. Sie kletterten sieben Prozent auf 1,6 Mrd. Dollar. Das Unternehmen rechnet für 2005 bei den Mittel mit einem ähnlichen Umsatzwachstum wie 2004.

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