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01.03.2014

12:54 Uhr

Vernetztes Auto

Apple angelt sich Ferrari

Im Wettlauf der Smartphone-Schwergewichte um den Platz im vernetzten Auto kann Apple seine ersten Partner präsentieren. Mercedes, Volvo und Ferrari wollen iPhones und die Dienste des Konzerns eng einbinden.

Das Hybrid-Modell von Ferrari: Künftig will Ferrari Apple-Software in seine Wagen einbinden. AFP

Das Hybrid-Modell von Ferrari: Künftig will Ferrari Apple-Software in seine Wagen einbinden.

LondonApple macht laut einem Zeitungsbericht einen großen Schritt zur Integration seiner Geräte und Dienste im Auto. Als erste würden Mercedes-Benz, Volvo und Ferrari Apple-Software in ihre Fahrzeuge einbinden, schrieb die „Financial Times“ am Samstag. Damit werde man Apples Karten zur Navigation nutzen können, Musik abspielen sowie den sprechenden persönlichen Assistenten Siri nutzen, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Siri könne zum Beispiel eine Textnachricht vorlesen und eine gesprochene Antwort aufnehmen.

Die Kooperation solle kommende Woche auf dem Genfer Autosalon vorgestellt werden, schrieb die „Financial Times“. In diesem Jahr sollen demnach weitere Hersteller dazustoßen. Apple hatte die Pläne für eine vertiefte Einbindung seiner iPhones und Software in Autos im vergangenen Sommer unter dem Namen „iOS in the Car“ präsentiert.

Die dominierende Smartphone-Plattform Android von Google ist ebenfalls auf dem Weg ins Auto. Der Internet-Konzern bildete dafür Anfang des Jahres eine Allianz mit Autoherstellern, der unter anderem Audi angehört. Bei der „Open Automotive Alliance“ machen auch General Motors, Honda und Hyundai mit. Sie alle waren im vergangenen Jahr auch als Partner bei Apples iOS-Plänen genannt worden.

Man kann schon länger in vielen Fahrzeugen seine Smartphones anschließen, um Musik zu hören oder zu telefonieren. In den neuen Projekten geht es allerdings um eine tiefere Integration, bei der Apps von den mobilen Geräten die Bildschirme der Unterhaltungsanlagen übernehmen. Das hat für die Nutzer neben der gewohnten Bedienung den Vorteil, dass sie nicht auf ihre gespeicherten Daten und Einstellungen verzichten müssen.

Um den Platz im vernetzten Auto kämpfen mehrere Plattformen. In vielen Fahrzeugen laufen die Infotainment-Anlagen derzeit mit der QNX-Software, der inzwischen zu Blackberry gehört. Microsoft arbeitet mit Ford am System Sync zusammen. Nokia bietet den Herstellern eine eigenes Plattform mit dem Kartendienst HERE an.

Auch der Autozulieferer Bosch will im Geschäft mit dem vernetzten Auto mitmischen. Mit Dienstleistungen rund um das vernetzte Auto will der Technologiekonzern Milliarden einnehmen. „Diese Services sehe ich als Milliardengeschäft in den nächsten sechs bis acht Jahren“, sagte der für die Kraftfahrzeugtechnik zuständige Geschäftsführer, Wolf-Henning Scheider der Nachrichtenagentur dpa. Der Technikkonzern arbeitet nicht nur an dem automatischen Notruf, sondern auch an Projekten wie etwa Bezahlfunktionen von Ladestationen für E-Fahrzeuge. Mit Fahrerassistenz-Systemen wie Parkhilfen werde Bosch bereits 2016 mehr als eine Milliarde Euro Umsatz machen, sagte Scheider.

Der Konzern erwirtschaftete 2013 nach vorläufigen Zahlen einen Jahresumsatz von 46,4 Milliarden Euro.

Von

dpa

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