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03.01.2011

10:31 Uhr

Verpackungshersteller

Gerresheimer will in Asien zukaufen

VonMartin Murphy

Der Düsseldorfer Verpackungshersteller Gerresheimer hat seine Ziele für 2010 erreicht. In den kommenden Jahren will das Traditionsunternehmen seine Wachstumsgeschwindigkeit erhöhen. Vorstandschef Uwe Röhrhoff plant nun eine Akquisitionstour.

Gerresheimer-Chef Uwe Röhrhoff plant eine Akquisitionstour. ddp images/dapd/Volker Hartmann

Gerresheimer-Chef Uwe Röhrhoff plant eine Akquisitionstour.

DÜSSELDORF. Das Weihnachtsgeschäft ist vorbei und Gerresheimer-Chef Uwe Röhrhoff kann eine positive Bilanz ziehen: "Parfums und Kosmetika werden wieder gekauft." Das Geschäft mit der Kosmetikindustrie macht zwar nur ein Zehntel des Gesamtumsatzes aus, war aber in der Krise der am stärksten eingebrochene Bereich des Düsseldorfer Verpackungsherstellers.

Da die Parfumhersteller im Jahr 2009 vor allem in Osteuropa mit Absatzschwierigkeiten zu kämpfen hatten, schwächelte die Nachfrage nach Flakons und Cremetiegeln. Aber: "Der Markt hat sich erholt", sagte Röhrhoff dem Handelsblatt.

Den weitaus größten Teil seines Jahresumsatzes von zuletzt einer Milliarde Euro erzielt die Gesellschaft mit der Pharmaindustrie, die Glas- und Kunststoffbehälter bei Gerresheimer kauft. Dieses Geschäft entwickelt sich stabil, der seit Juni 2010 amtierende Vorstandschef zeigte sich daher zufrieden mit dem Jahresergebnis. Die Wachstumsziele für das letzte Jahr hätten sich bestätigt. "Der Trend zeigt weiter nach oben." Gerresheimer hatte zuletzt ein Umsatzplus von drei bis vier Prozent in Aussicht gestellt, womit das Vorkrisenniveau erreicht wäre. 2008 lag der Umsatz bei 1,06 Milliarden Euro.

Zugleich verbesserte sich der Überschuss. "Wir hatten hier eine sehr positive Entwicklung und werden wohl das Ziel auch erreichen, unter dem Strich deutlich zuzulegen", sagte Röhrhoff. Er spielt damit auf die Ausschüttung einer Dividende an, die für 2009 ausgefallen war. "Eines unserer Ziele war es, eine Dividende an die Aktionäre zu zahlen." Das wurde erreicht. Zur Höhe machte Röhrhoff allerdings keine Angaben; er verwies dazu auf die anstehende Bilanzpressekonferenz im Februar.

Bei den Analysten kann Röhrhoff mit seinen Ankündigungen punkten. Die Deutsche Bank bestätigte kürzlich ihre Kauf-Empfehlung mit dem Verweis auf die Wachstumsperspektive von Gerresheimer.

In den kommenden Jahren will das Traditionsunternehmen seine Wachstumsgeschwindigkeit erhöhen. "Ich bin nicht angetreten, um langfristig mit vier Prozent Wachstum zufrieden zu sein. Ich erwarte im Durchschnitt der nächsten Jahre höhere organische Wachstumsraten", so der gebürtige Mönchengladbacher. Zusätzlich werde es Akquisitionen geben, die sich positiv in der Bilanz niederschlagen würden.

Im Fokus hat Gerresheimer dabei Schwellenländer. "In Europa ist das Wachstum begrenzt", sagte der Konzernchef. Um in die Märkte vorzudringen, setzt Gerresheimer auf Zukäufe. "Wir wollen Firmen erwerben, die wir mit unserer Technologie ausbauen können und die Zugang zu lokalen Kunden haben." Die Mannschaft von Röhrhoff hat einige Kandidaten im Visier. "Man muss aber den richtigen Zeitpunkt abwarten, der Eigentümer muss auch verkaufsbereit sein."

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