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27.04.2015

15:32 Uhr

Verpackungskonzern

Constantia will durch Zukäufe wachsen

VonHans-Peter Siebenhaar

Constantia Flexibles, Europas zweitgrößter Verpackungskonzern, investiert in Schwellenländer. Der scheidende Chef Thomas Unger kündigt steigende Erlöse und Erträge an.

Der Verpackungshersteller aus Österreich will durch Übernahmen wachsen. PR

Constantia-Werk in Polen

Der Verpackungshersteller aus Österreich will durch Übernahmen wachsen.

WienDer österreichische Verpackungshersteller Constantia Flexibles will sich durch Übernahmen stärken. „Wir arbeiten weiter an Zukäufen“, sagte der scheidende Vorstandschef Thomas Unger am Montag in Wien. „Wir werden in die Wachstumsmärkte investieren und wollen mit unseren Kunden global wachsen.“ Im Mittelpunkt steht daher für den zweitgrößten Verpackungskonzern in Europa das Wachstum außerhalb des Alten Kontinents. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Österreicher drei kleinere Verpackungsunternehmen gekauft.

Nach Angaben des früheren Metro-Finanzvorstands wächst der Markt in China knapp unter zehn Prozent, in Indien sogar über zehn Prozent. Die weltweite Urbanisierung beflügle die gesamte Branche, sagte Unger. Selbst in Europa gibt es durch die Zunahmen von kleineren Haushalten ein Wachstum zwischen ein und drei Prozent.

Constantia Flexibles ist seit März mehrheitlich im Besitz der französischen Investmentgruppe Wendel. Die börsennotierte Beteiligungsgesellschaft hält 73 Prozent der Anteile. Nach Angaben Ungers sei Wendel in der Regel auf zehn bis 15 Jahre investiert. Der Vorstand wird sich am Dienstag zu Strategieverhandlungen mit dem Mehrheitsgesellschafter in Frankreich treffen. Unger selbst wird Ende des Jahres das Unternehmen verlassen. Nach einem Nachfolger wird derzeit gesucht.

Ursprünglich sollte Unger den Konzern an die Börse führen. Ein IPO misslang aber Ende 2013. Deshalb verkaufte der Finanzinvestor One Equity Partners an Wendel seine Anteile. Die österreichische Herbert-Turnauer-Stiftung ist weiter mit 27 Prozent an Constantia beteiligt.

Im vergangenen Jahr liefen die Geschäfte überdurchschnittlich. Die Erlöse von Constantia Flexibles stiegen um knapp fünf Prozent auf 1,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,6 Milliarden). Der Nettogewinn legte um 4,4 Prozent auf 75 Millionen Euro zu. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schnellte sogar um über neun Prozent auf 256 Millionen Euro (Vorjahr: 234 Millionen).

Für das laufende Jahr erwartet Unger eine weitere Erlös- und Ertragssteigerung. „Wir im Jahr 2015 stark unterwegs“, sagte der 54jährige Manager. „Ich will mein letztes Jahr mit einem Rekord abschließen.“ Er rechnet mit einem überdurchschnittlichen Wachstum vor allem in den Schwellenländern im Bereich von Kunststoffanwendungen.

Constantia Flexibles beschäftigt weltweit 8000 Mitarbeiter mit Schwerpunkt Deutschland und Österreich und stellt flexible Verpackung insbesondere für den Nahrungsmittel- und Pharmabranche und Etiketten her. Zu den größten Kunden zählen Pepsico, Mars und die Brauereikonzerne Inbev und Heineken.

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