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22.10.2012

13:48 Uhr

Verpasste Aufklärung

Seit wann wusste Thyssen-Krupp vom Schienenkartell?

ExklusivDer Industriekonzern hatte wohl schon vor Jahren handfeste Hinweise darauf, Mitglied eines Kartells zu sein. Zu Konsequenzen ist es bei Thyssen-Krupp nicht gekommen – weil der zuständige Vorstand nicht eingegriffen hat.

Über viele Jahre war Thyssen-Krupp Mitglied eines Schienenkartells, das die Deutsche Bahn um eine Milliarde Euro schädigte. dapd

Über viele Jahre war Thyssen-Krupp Mitglied eines Schienenkartells, das die Deutsche Bahn um eine Milliarde Euro schädigte.

DüsseldorfDer Vorstand des Industriekonzerns Thyssen-Krupp hat schon vor Jahren Hinweise auf das Schienenkartell erhalten. In den Jahren 2004 und 2006 seien nach Hinweisen aus den eigenen Reihen interne Untersuchungen durchgeführt worden, berichtete das Handelsblatt unter Berufung interne Dokumente und Aussagen von Zeugen und Beschuldigter bei der Staatsanwaltschaft Bochum. Zumindest im Jahr 2006 wurde auch der für das Schienengeschäft zuständige Konzernvorstand Edwin Eichler über die Vorgänge informiert.

Beide Ermittlungen blieben folgenlos, obwohl Kartellverstöße festgestellt worden waren. Der Konzern informierte aber weder die Behörden noch die Kunden von dem Fehlverhalten eigener Mitarbeiter, da die gesetzeswidrigen Absprachen verjährt gewesen seien.

Das Kartell auf dem Schienenmarkt wurde so erst im Mai vergangenen Jahres vom Bundeskartellamt und der Staatsanwaltschaft Bochum zerschlagen. Hinweise auf das Kartell, das allein die Deutsche Bahn um rund eine Milliarde Euro geschädigt haben dürfte, lieferte der österreichische Wettbewerber Voestalpine. An den Absprachen waren neben Voestalpine und Thyssen-Krupp auf Vossloh und das tschechische Unternehmen CMC Trinec beteiligt.

Dass das Kartell nicht schon früher aufdeckt wurde, erklärt der zuständige Konzernvorstand Edwin Eichler so: Im Jahr 2006 wurden keine Kartellverstöße bei Thyssen-Krupp festgestellt. „Wie wir heute wissen, lag der Grund dafür in der hohen kriminellen Energie der Kartellanten, die durch systematisches Lügen eine frühere Aufklärung des Kartells nicht haben möglich werden lassen“, sagte er dem Handelsblatt.

Die ganze Geschichte lesen Sie in der heutigen Ausgabe des Handelsblatts, die Ihnen auch als ePaper zur Verfügung steht.

Von

mur

Kommentare (2)

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leser

22.10.2012, 14:07 Uhr

Thyssen Krupp?
Wissen?
Und auch die anderen: wissen?
Garnichts.
Wie sagte der Breitmaulfrosch vor der Arche Noah, als es darum ging, das Tier mit dem breitesten Maul vom Zugang zur Arche auszuschließen? "Das arme Krokodil".

Da weiß niemand irgendwas.

Weder Thyssen noch Krupp wissen irgendwas. Wie auch. Und wovon. Und woher.

Niemand weiß da was.

Wirklich nicht.

Justus

22.10.2012, 22:29 Uhr

Schon die Überschrift ist lächerlich: "Seit wann wusste ThyssenKrupp vom Schienenkartell?"

Wahrscheinlich haben die Vorstände von voestalpine und ThyssenKrupp erst durch IHRE Berichterstattung überhaupt von dem Kartell erfahren...

Glauben Journalisten, Kartellwächter und die Leser des Handelsblatt im Ernst, dass ein solches Kartell überhaupt möglich wäre OHNE dass die Vorstände davon Wind bekommen oder ziemlich wahrscheinlich den nötigen Wind sogar in die entsprechenden Segel blasen?

Denkt darüber mal nach!!!

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