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05.05.2011

11:06 Uhr

Versorger

Berufsprotestierer und viele offene Fragen bei Eons Aktionärstreffen

VonNils Rüdel

Ähnlich wie beim Konkurrenten RWE steht auch die heutigen Hauptversammlung von Eon unter dem Einfluss der Atomfrage. Viele Aktionäre sind aufgebracht. Und protestiert wird auch wieder. Eine Reportage von vor Ort.

Umweltaktivisten demonstrieren vor dem Start der Hauptversammlung Eons. Quelle: dapd

Umweltaktivisten demonstrieren vor dem Start der Hauptversammlung Eons.

EssenWohin die Reise gehen soll, wird schon in der U-Bahn klar, am Bahnsteig Essen Hauptbahnhof. Der Infoscreen der örtlichen Verkehrsbetriebe, der sonst gelangweilte Fahrgäste ablenkt, meldet heute einen besonderen Jubiläumstag: Am 5. Mai 1981 ging auf Sizilien das erste Solarkraftwerk der Welt ans Netz, Eurelios. 

Kaum einer der weißhaarigen Männer und Frauen auf dem Bahnsteig nimmt davon Notiz. Sie drängeln sich am Bahnsteig, sie wollen zur Grugahalle, wo heute jemand eine Menge zum Thema Sonnenenergie, mehr aber noch über Atomkraft, erzählen wird. Johannes Teyssen, Chef des Energiekonzerns Eon, stellt sich an diesem Donnerstag zur Hauptversammlung seinen Aktionären.

Für die ist es aber zunächst einmal ein Spießrutenlauf. Sie werden begrüßt von einer Schar Demonstranten, von bunten Transparenten, „Atomausstieg jetzt“, „Stromkonzerne entmachten“, „Atomanlagen stilllegen“, von Trillerpfeifen. Es sind freundliche Protestler, an denen die grauhaarigen Herren vorbeiziehen. Clowns pusten Seifenblasen, eine Frau jongliert zwischen einem Papp-Kohlekraftwerk und einem Windrad.  

„Diese Berufsprotestierer“, schimpft ein Mann mit dunklem Anzug und Pilotenkoffer. Der Polizist in Kampfmontur daneben grinst. Die Beamten sehen entspannt aus, hier ist es friedlich. Vor gut zwei Wochen, als RWE zur Hauptversammlung rief, war vor der Tür der Grugahalle deutlich mehr los.

Das muss für Eon-Chef Teyssen allerdings nichts heißen. Der 51-Jährige muss heute schwierige Fragen beantworten: Wie reagiert der größte Betreiber von Kernkraftwerken in Deutschland auf die von der Politik propagierte Energiewende? Was will Teyssen mit der Tochter Ruhrgas anfangen, die wegen Verwerfungen auf dem Gasmarkt in Schieflage geraten ist? Wo soll Eon wachsen? Und wie will der Chef die hohe Verschuldung abbauen?

Kommentare (2)

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LieberTot

05.05.2011, 10:43 Uhr

Lieber mehr Rendite und tot ist hier die Frage?

IhateEon

05.05.2011, 11:12 Uhr

Kurs bis Ende des Jahres auf 30 und garantierte Dividende für 2011 von 2€ sonst verscheuer ich meine Aktien.....scheiss papier die letzten 3 Jahre,da wäre BASF sinnvoller gewesen

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