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24.06.2011

08:19 Uhr

Versorger

Gazprom will auf den deutschen Markt

VonJürgen Flauger, Markus Hennes

Gazprom schielt auf Deutschland: Der russische Staatskonzern trifft sich in den kommenden Tagen zu Gesprächen mit dem Energieriesen RWE über eine Kooperation.

Bei Schalke 04 spielt Gazprom als Sponsor schon eine wichtige Rolle - bald auch bei Versorgern?! Quelle: ap

Bei Schalke 04 spielt Gazprom als Sponsor schon eine wichtige Rolle - bald auch bei Versorgern?!

DüsseldorfDer russische Gasriese Gazprom forciert seine Bemühungen um einen Einstieg in den deutschen Strommarkt. Gazprom-Chef Alexej Miller will nach Informationen des Handelsblatts schon in den nächsten Tagen bei einem routinemäßigen Treffen mit RWE-Chef Jürgen Großmann in Moskau seine Wünsche für gemeinsame Projekte diskutieren.

Bereits am Montag erklärte der Chef des Exportgeschäfts von Gazprom, Alexander Medwedjew, der russische Konzern wolle von der Energiewende in Deutschland profitieren und gemeinsam mit Partnern in die Stromproduktion einsteigen. Ausdrücklich nannte er dabei Eon und RWE. Gazprom ist vor allem an dem Bau von neuen Gaskraftwerken interessiert. Denn der russische Konzern verfügt über knapp ein Fünftel der weltweiten Gasreserven.

Gaskraftwerke spielen nach dem Ausstieg aus der Kernenergie eine wichtige Rolle im künftigen deutschen Energiemix: Sie können schneller als Kohlekraftwerke witterungsbedingte Angebotslücken bei Strom aus erneuerbaren Energien ausgleichen. Außerdem stoßen Gaskraftwerke weniger CO2 aus als Kohlekraftwerke.

Bislang beliefert Gazprom Deutschland vor allem mit Gas für den Wärmemarkt. Wichtige Abnehmer sind nicht nur die Eon-Tochter Ruhrgas, der größte Gasgroßhändler in Europa, sondern auch RWE. Durch eine Beteiligung an der Stromproduktion will Gazprom seine Position im Endkundenmarkt festigen. RWE sei für eine Partnerschaft aufgeschlossen, hieß es in Unternehmenskreisen.

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