Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.01.2010

14:12 Uhr

Versorger

OMV hat arg zu kämpfen

Die Wirtschaftskrise hat den österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV AG noch voll im Griff. Die Nachfrage im Raffineriegeschäft schwächte sich im Schlussquartal 2009 weiter ab und der Druck auf die Gewinne nahm erheblich zu. Wie andere Branchenvertreter steckt OMV in der Zwickmühle.

OMV hat ein durchwachsenes viertes Quartal erlebt. Quelle: dpa

OMV hat ein durchwachsenes viertes Quartal erlebt.

HB WIEN. Einerseits sinken die Absätze, weil Großabnehmer krisenbedingt weniger bestellen. Andererseits treibt die Erwartung einer Konjunkturerholung den Preis für Rohöl wieder nach oben. Die Mehrkosten kann OMV aber beim Verkauf von Destillaten wie Benzin, Diesel, leichtem Heizöl und Kerosin nicht an die Kunden weitergeben. Außerdem wird die eigene Energieversorgung teurer.

Das schmälert die Ertragskraft in starkem Maße. So betrug die Raffineriemarge im vierten Quartal vergangenen Jahres nur noch 0,79 Dollar je Fass, nach 1,30 Dollar im Vorquartal und 7,25 Dollar im Vorjahreszeitraum.

Für Analysten ist diese Entwicklung keine Überraschung. "Der ganze Sektor kämpft mit den Raffineriemargen", sagte Cheuvreux-Experte Alfred Reisenberger. Konkurrenten von OMV sind etwa die ungarische MOL, die finnische Neste Oil, die polnische PKN Orlen und der russische Lukoil-Konzern. "Die Nachfrage ist nicht groß, und die Kunden sind nicht bereit, auf den Ölpreis noch aufzuzahlen", erläuterte Reisenberger. Das Tief sei im vergangenen Quartal gewesen, inzwischen hätten die Margen wieder leicht angezogen. "In den letzten 15 Tagen lag die Rotterdam Referenz-Raffineriemarge bei 2,80 Dollar, das ist aber immer noch schwach", fügte Reisenberger hinzu.

Auch der Absatz eigener Raffinerieprodukte ging weiter zurück. Die Verkaufsmengen verringerten sich im vierten Quartal auf 5,30 Mio. Tonnen von 5,55 Mio. im Vorquartal beziehungsweise 5,72 Mio. Tonnen vor Jahresfrist.

Die Öl- und Gasförderung fuhr OMV dagegen deutlich hoch. Die Gesamtproduktion belief sich auf rund 327 000 Barrel Öläquivalent (BOE) pro Tag. Im dritten Quartal 2009 waren es noch 317 000 und im Vorjahreszeitraum 318 000 Barrel gewesen.

Der Anstieg gehe hauptsächlich auf den Beitrag des Ölfeldes Komsomolskoe in Kasachstan sowie höhere Produktionsmengen in Libyen zurück, teilet OMV mit. In den Vorquartalen war wegen der niedrigeren Opec-Förderquoten in Libyen weniger produziert worden.

Unerwartet für Börsianer kam die Ankündigung einer Rückstellung von 55 Mio. Euro. Damit trifft OMV nach eigener Auskunft Vorsorge für mögliche Steuernachzahlungen der rumänischen Tochter Petrom.

An der Wiener Börse fielen die OMV-Papiere in einem festeren Gesamtmarkt um 0,7 Prozent auf 28,44 Euro.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×