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16.07.2013

18:05 Uhr

„Versorgung sicher“

Energiebranche will Kraftwerke schließen

Energiekonzerne wollen Kraftwerke stilllegen, um ihre Verluste zu reduzieren. Kommunale Energieversorger warnen vor Blackouts. Die Bundesnetzagentur spricht von garantierter Versorgungssicherheit.

Die Energiebranche muss umdenken. dpa

Die Energiebranche muss umdenken.

Essen/Berlin/MünchenDie Schließungspläne der Energiekonzerne für unrentable Kraftwerke haben Furcht vor Engpässen bei der Energieversorgung ausgelöst. "Wenn das politisch zu verantwortende System weiter so fortgesetzt wird, dann kommt es auf absehbare Zeit zu Problemen bei der Versorgungssicherheit - vor allem in Süddeutschland", warnte der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) am Dienstag.

Ein nicht namentlich genannter Vorstand eines Versorgers erklärte in der "Süddeutschen Zeitung", bis zu 20 Prozent der konventionellen Stromkapazitäten stünden zur Disposition. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und die beaufsichtigende Bundesnetzagentur traten solchen Sorgen entgegen.

Angesichts der stark zunehmenden Produktion von Ökostrom überdenken die großen Energiekonzerne derzeit ihre Aufstellung. Die beiden größten deutschen Versorger RWE und Eon bestätigten am Dienstag, dass sie die Stilllegung vor allem alter Kohle- und Gaskraftwerke prüfen. Bei der Bundesnetzagentur liegen bislang allerdings nur rund 15 entsprechende Anträge vor, im Extremfall kann die Behörde Stilllegungen verbieten. Dass bis zu 20 Prozent der Erzeugungskapazität betroffen sein könnten, konnte eine Sprecherin ausdrücklich nicht bestätigen.

Ein Sprecher des Kraftwerkbetreibers RWE Power betonte, es sei bekannt, dass alte Steinkohle- und Gaskraftwerke häufig wenig profitabel seien. Die sehr komplexen Prüfungen zu Stilllegungen seien aber noch nicht abgeschlossen. Eine Eon-Sprecherin sagte: "Die Wirtschaftlichkeit des gesamten konventionellen Kraftwerkparks beobachten wir kontinuierlich." Der Konzern hatte in diesem Jahr schon die Stilllegung von insgesamt sieben Kraftwerken in Deutschland angekündigt.

Die "Süddeutsche Zeitung" vom Dienstag hatte unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, bis zu 20 Prozent der Erzeugungskapazitäten für Atom- oder Kohlestrom könnten wegfallen. Dutzende Kraftwerke könnten demnach vorübergehend oder ganz stillgelegt werden.

Eine Sprecherin der Bundesnetzagentur sagte am Dienstag, bislang seien bei der Behörde rund 15 Anträge aufs Stilllegen von Kraftwerken eingegangen. Dass bis zu 20 Prozent der Erzeugungskapazität betroffen sein könnten, konnte sie ausdrücklich nicht bestätigen.

Kommentare (2)

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HofmannM

16.07.2013, 14:00 Uhr

Die Energiewende auf dem perfiden und asozialen EEG gefährdet nicht nur die sichere/zuverlässige und billige Energiegewinnung aus Gas-Kohle und Urankraftwerken, sondern auch unseren deutschen Wohlstand, der auf einer starken und gut bezahlten Arbeitsplätzen basiert.
EEG/Energiewende = Wohlstandsvernichtung!!!
Schafft endlich dieses EEG ab! Danke!

Account gelöscht!

16.07.2013, 14:58 Uhr

Da die Energieriesen riesig sind, verkaufen sie ihren Strom im Großhandel bzw. an der Börse. Dort liegt der Preis bei etwa 4 ct/kWh. Davon müssen die laufenden Kosten (Brennstoffe, Personal) und der Kraftwerksbau bezahlt werden.
Wer auf seine Stromrechnung schaut, wird feststellen, dass da 25 - 30 ct/kWh stehen. Wer bekommt den Differenzbetrag?

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