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07.01.2014

16:15 Uhr

Versorgungssicherheit

Netzbetreiber warnt vor hohen Kapazitäts-Kosten

ExklusivTennet lehnt einen von den Kraftwerksbetreibern ins Spiel gebrachten Zertifikatehandel ab. Dieser belaste nur den Endverbraucher und biete keine Anreize. Stattdessen soll ein „Fangnetz“ für Versorgungssicherheit sorgen.

Arbeiten an einem Strommast in Niedersachsen: „Es fehlt somit jeder Anreiz der Stromerzeuger, den Kapazitätsmarkt klein zu halten“. dapd

Arbeiten an einem Strommast in Niedersachsen: „Es fehlt somit jeder Anreiz der Stromerzeuger, den Kapazitätsmarkt klein zu halten“.

BerlinDer Übertragungsnetzbetreiber Tennet warnt vor hohen Kosten für die Bereithaltung von Kraftwerkskapazitäten. „Wir betrachten Kapazitätsmärkte skeptisch, weil wir der Überzeugung sind, dass es bessere Lösungen gibt. Und wenn man Kapazitätsmärkte einmal eingerichtet hat, ist der Weg zurück schwierig“, sagte Lex Hartman, Geschäftsführer von Tennet, dem Handelsblatt (Mittwochausgabe).

Die sogenannten Kapazitätsmärkte sind eine Forderung der Kraftwerksbetreiber. Da wegen des zunehmenden Anteils an regenerativer Energie immer mehr fossile Kraftwerke unrentabel werden, wollen sie einen Handel mit Zertifikaten für Versorgungssicherheit einführen, um einen Sockel an fossilen Kraftwerken zu erhalten und so die Stromversorgung zu stabilisieren.

„Bei den gängigen Kapazitätsmarktmodellen zahlen die Stromverbraucher für die Sicherheit der Versorgung. Es fehlt somit jeder Anreiz der Stromerzeuger, den Kapazitätsmarkt klein zu halten“, warnte Hartman. Der Manager sieht die Gefahr, „dass der Kapazitätsmarkt von Jahr zu Jahr wächst“. Das könne „sehr teuer“ werden. Hartmann ist überzeugt, dass sich „die Sicherheit der Stromversorgung billiger und besser gewährleisten lässt“.

Tennet bringt ein neues Modell ins Spiel: Der Netzbetreiber plädiert dafür, ein „Fangnetz“ zu errichten, das nur im Notfall aufgespannt wird. Der große Unterschied zu den gängigen Kapazitätsmarktmodellen: Es zahlen diejenigen Stromhändler und Stromlieferanten für die Fangnetzkapazitäten, die sie auch in Anspruch nehmen – und nicht der Endverbraucher. „Dadurch entsteht der Anreiz, das Fangnetz möglichst nicht zu verwenden“, sagte Hartman. Wird das Fangnetz nicht in Anspruch genommen, werden die Kosten für die Vorhaltung der Leistung auf alle Marktteilnehmer umgelegt.

Der Tennet-Vorstoß fußt auf einer Studie des Beratungsunternehmens E-Bridge-Consulting, die dem Handelsblatt vorliegt.

Von

str

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

07.01.2014, 18:15 Uhr

Durch die schnell wachsende Zahl neuer Solar- und Windkraftanlagen wird zunehmend mehr elektrische Energie erzeugt. Die sich hieraus ergebenden Übermengen führen bei den Strom-Erzeugern an der Strombörse zu immer geringeren Verkaufspreisen, die oft unter den Erzeugerkosten liegen.
Solar- und Windenergie-Erzeuger sind hiervon nicht betroffen. Ihnen wird durch das EEG ein Einspeisevorrang für ihre Anlagen eingeräumt. Zudem wird ihnen ein fester Förderbetrag gewährt. Die Differenz, die sich aus dem Verkaufspreis und der Höhe dieses Förderbetrags ergibt, muss als Kompensationsbetrag von der Gemeinschaft der Strom-Verbraucher übernommen werden. Ein weiterer Kompensationsbetrag fließt verdeckt an die restlichen, überwiegend thermischen Stromerzeuger, da diese sich ihre Verluste aufgrund zu niedriger Verkaufspreise von den Verbrauchern bezahlen lassen. Dies führt bei diesen zwangsläufig zu immer höheren Strompreisen. Da sich zudem etliche stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage haben befreien lassen, wächst die Belastung für die übrigen Strom-Verbraucher nochmals.

Einhalt gebieten könnte nur eine radikale Stilllegung vieler Strom-Erzeugungsanlagen. Dies ist aber aufgrund der zu gewährenden Strom-Versorgungssicherheit nicht möglich, weil es bisher keine geeigneten Energiespeicher gab. An diesem Zustand ist die Politik nicht ganz unschuldig. Jahrelang hat sie sich darauf beschränkt, statt den Bau neuartiger Massenspeicher zu fördern, nur die Weiterentwicklung bekannter Speicher-Technologien zu fördern, obwohl klar sei musste, dass diese auch in Zukunft nicht die Probleme der Energiewende lösen würden.
Inzwischen ist dies durch eine neuartige Speicher-Technologie möglich, die parallel und ohne Fördermittel entwickelt wurde. Hierbei handelt es sich um Massenspeicher in Form von Pumpspeichern mit schwimmenden Speicherteilen, die aufgrund ihres geringen Platzbedarfs überall einsetzbar sind und deren Herstellungskosten bezogen auf ihr Leistungsvolumen extrem niedrig sind

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