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10.07.2012

19:00 Uhr

Verstaatlichung

EnBW war 840 Millionen Euro zu teuer

ExklusivDas Land Baden-Württemberg unter Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus hat für den Energieversorger EnBW 840 Millionen Euro zu viel bezahlt. Das ist das Ergebnis eines aktuellen Gutachtens.

Logo des Energieversorgers Energie Baden-Württenmberg (EnBW) an einem Umspannwerk in Karlsruhe. dpa

Logo des Energieversorgers Energie Baden-Württenmberg (EnBW) an einem Umspannwerk in Karlsruhe.

DüsseldorfDas Land Baden-Württemberg hat beim Kauf der EnBW-Anteile im Dezember 2010 rund 840 Millionen Euro zu viel bezahlt. Zu diesem Ergebnis kommt nach einem Informationen des Handelsblatts ein von der grün-roten Landesregierung in Auftrag gegebenes Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton. Erstmals gibt es damit eine quantitative Schätzung eines möglichen Schadens für das Land.

Bei dem umstrittenen Einstieg hatte die damalige Landesregierung unter Stefan Mappus (CDU) für ein 45,01-Prozent-Paket 4,67 Milliarden Euro und damit einen Paketaufschlag von 18,6 Prozent an den französischen Stromkonzern EDF bezahlt. Die beim Kauf beratende Investmentbank Morgan Stanley hatte damals den Kaufpreis als angemessen gewertet. Die Wirtschaftsprüfer sehen den Paketzuschlag als "nicht gerechtfertigt" an, da das Land nicht Mehrheitsgesellschafter wurde. Die Prüfer sehen auch bei den anderen  Bewertungsmethodenarbeit von Morgan Stanley erhebliche Mängel.

Kommentare (16)

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Account gelöscht!

10.07.2012, 20:06 Uhr

Dann hoffe ich, daß Herr Mappus dafür hinter Gitter geht.
Er hat leichfertig gehandelt, alle Sicherheitsmechanismen beim Kauf ausser Kraft gesetzt und Steuergelder veruntreut.
Vielleicht greift endlich mal jemand durch.

lunacy

10.07.2012, 21:03 Uhr

Der Gesetzgeber sieht das bei der Bewertung von nicht notierten Anteilen allerdings in den ErbStR anders.
Dort heißt es:

(3) Ein Paketzuschlag ist vorzunehmen, wenn ein Gesellschafter mehr als 25 Prozent der Anteile an einer Kapitalgesellschaft auf einen oder mehrere Erwerber überträgt (Absatz 4 bis 8).

Ernst/Schneider/Thielen stellen beim Paketzuschlag darauf ab, ob die Geschäftspolitik beeinflusst werden kann.

Alfred_Neumann

10.07.2012, 21:35 Uhr

Bei Managern wird da immer gleich der Staatsanwalt so eifrig, wo bleiben denn die Hausdurchsuchungen bei Herrn Mappus und Konsorten ? Dem Herrn Gribkowski drohen wegen so ein paar läppischer Dollarmillionen gleich über zehn Jahr Haft und er sitzt in Untersuchungshaft. Wieso schlafen der Mappus und sein Super-Spezi-Banker denn noch in ihren eigenen Betten ?

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