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27.08.2012

06:16 Uhr

Vertrag unterschrieben

Hanwha schnappt sich Q-Cells

Für den insolventen Solarkonzern Q-Cells ist ein Käufer gefunden: Der Vertrag mit dem südkoreanischen Mischkonzern Hanwha wurde unterschrieben. Jetzt muss nur noch die Gläubigerversammlung zustimmen.

Ausfahrt Südkorea: Der Investor Hanwha hat den Vertrag unterzeichnet. dpa

Ausfahrt Südkorea: Der Investor Hanwha hat den Vertrag unterzeichnet.

Berlin/Bitterfeld-WolfenDie südkoreanische Hanwha Gruppe will das Photovoltaik-Unternehmen aus Bitterfeld erwerben, wie Q-Cells am Sonntagabend mitteilte. Hanwha und Insolvenzverwalter Henning Schorisch hätten bereits einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet. Dieser stehe unter der aufschiebenden Bedingung, dass die Gläubigerversammlung am 29. August der Veräußerung zustimme.

Neben der Übernahme von betriebsbezogenen Verbindlichkeiten in niedriger dreistelliger Millionenhöhe sehe der Kaufvertrag außerdem einen Bar-Kaufpreis in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe vor. Der strategische Investor beabsichtige, den weitaus größten Teil der gesamten Q-Cells-Gruppe zu übernehmen.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) begrüßte das bisher erreichte Ergebnis. „Unsere Strategie geht offenbar auf. Das Ergebnis bestätigt unsere Auffassung, dass die Solarbranche in Sachsen-Anhalt eine Zukunft haben kann. Das Land wird weiterhin alles daran setzen, damit die weiteren Hürden genommen werden.“

Der Magdeburger Regierungssprecher Franz Kadell verwies darauf, dass Sachsen-Anhalt aufgrund der Forderungen des Landes gegen den insolventen Q-Cells-Konzern bei der Auswahl der Investoren mitreden könne. „Das Land hat in der Gläubigerversammlung eine gewichtige Stimme“, sagte Kadell.

Die Hanwha-Gruppe gehört mit einem Umsatz von etwa 27 Milliarden US-Dollar zu den größten Unternehmen Südkoreas. Das Solargeschäft ist in der an der Nasdaq notierten Hanwha SolarOne mit Sitz in Shanghai gebündelt, die beim Solarmodulbau bereits seit Jahren mit Q-Cells zusammenarbeitet. Q-Cells, einst größter deutscher Solarkonzern mit rund 2300 Mitarbeitern, hatte Anfang April Insolvenzantrag gestellt. Betroffen davon waren die damals noch rund 1300 Beschäftigten am ostdeutschen Standort Bitterfeld-Wolfen.

Hanwha könnte im „SolarValley“ im Süden Sachsen-Anhalt sein zentrales Solar-Forschungszentrum aufbauen. Das Angebot der Südkoreaner beinhaltet nach dpa-Informationen, dass die Produktion in Deutschland fortgeführt wird. Beim benachbarten Solarkonzern Sovello war der Einstieg eines Investors gescheitert, weil er millionenschwere Unterstützung verlangte, die Produktion aber weitgehend nach Asien verlegen wollte.

Kommentare (2)

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Roeslers_Monopolyspiel

27.08.2012, 08:59 Uhr

Die Einkaufstour asiatischer Unternehmen in Deutschland geht gerade erst los! Bei Insolvenzen (staatlich gelenkt) reibt sich jedesmal ein asiatischer Konzern die Hände. Beinahe so wie bei Monopoly.

Das Bundeswirtschaftsministerium (P. Rösler, FDP) unterstützt mit seiner Politik den Ausverkauf deutschen Know-Hows nach China, Korea etc. Eine fehlende Strategie, planloses Handeln gepaart mit blindem Aktionismus führen zwangsläufig zu weiterem schmerzhaftem Industrietransfer nach Südostasien. Es scheint, dass Herr Rösler sich beim Monopolyspiel wähnt. Es geht aber um deutsche Wirtschaftsinteressen!

Herr Rösler möchte die Griechen nach ihrer erbrachten Leistung zahlen. Das ist legitim. Aber Herr Rösler sollte auch für seine erbrachte Leistung bezahlt werden. Da bekäme er bloß nichts!

Die FDP und ihre Politiker schaffen sich ab. Minderleistung muss bestraft werden. Die nächsten Wahlen werden es beweisen.

Tritt die CSU in die Stapfen der FDP?

black

27.08.2012, 09:35 Uhr

wenn Solarproduktion in Germany Zukunft hat: warum ist Q-Cells dann pleite, Herr Ministerpräsident?
Aha: er sagte auch: unsere Strategie ist aufgegangen; naja...

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