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07.07.2011

13:21 Uhr

Verzögerung

Saab-Produktion startet erst im August

VonHelmut Steuer

Die Wiederaufnahme der Produktion beim Autobauer Saab verzögert sich weiter. Aufgrund von Werksferien bei Zulieferern und ihren leeren Lägern soll es nun nicht vor dem 9. August wieder losgehen.

Schild an einer Autoverwertung in Budapest Quelle: Reuters

Schild an einer Autoverwertung in Budapest

StockholmDer schwer angeschlagene schwedische Autohersteller Saab wird seine seit April stillstehende Produktion nicht vor dem 9. August wieder aufnehmen. Das erklärte ein Sprecher der Saab-Muttergesellschaft Swedish Automobile. Ein Grund für die weitere Verzögerung sind die Werksferien bei mehreren Zulieferern. Außerdem müssen mehrere der Saab-Zuliefer-Firmen erst wieder ihre Lager mit wichtigen Bauteilen füllen.

Gleichzeitig gab die schwedische Regierung am Donnerstag als letzte wichtige Instanz grünes Licht für den Teilverkauf von Fabrikanlagen des Autoherstellers. Anfang dieser Woche hatte bereits die Europäische Investitionsbank und die schwedischen Schuldenverwaltung den Verkauf von 50,1 Prozent der Saab-Immobilien-Gesellschaft genehmigt.

Durch den Verkauf erhält Saab 255 Millionen Kronen (28 Millionen Euro). Käufer ist ein Konsortium, das von dem schwedischen Immobilienunternehmen Hemfosa geleitet wird. Das Konsortium hat eine Option, innerhalb der kommenden 30 Tage seinen Anteil an den Gebäuden in Trollhättan weiter aufzustocken.

Zusammen mit dem Gebäudeverkauf und Vorbestellungen eines chinesischen Autohändlers hat Saab in den vergangenen zwei Wochen insgesamt 555 Millionen Kronen erhalten. Das reicht nach Berechnungen von Experten zumindest für die Auszahlung der kommenden beiden Monatsgehälter für die rund 3700 Saab-Mitarbeiter. Außerdem können mit dem Geld noch offene Rechnungen von Zulieferern beglichen werden.

Auto-Analysten beziffern den Kapitalbedarf von Saab aber mittelfristig auf etwa zwei Milliarden Kronen. Dieses Geld könnte durch den geplanten Einstieg des chinesischen Auto-Händlers Pang Da und des chinesischen Auto-Produzenten Youngman Lotus in die Saab-Kassen fließen. Noch steht allerdings die Genehmigung durch die chinesischen Behörden aus. Mit ihnen wird nicht vor diesem Herbst gerechnet.

Die im vergangenen Jahr von GM Motors an den mittlerweile in Swedish Automobile umbenannten niederländischen Sportwagenhersteller Spyker verkaufte Marke litt von Anfang an unter großen Problemen. Im vergangenen Jahr fuhr Saab einen Verlust von 3,1 Milliarden Kronen ein. Statt der für 2010 prognostizierten 60.000 Wagen verkaufte Saab nur knapp über 30.000 Autos.

Die für dieses Jahr zunächst angepeilten 100.000 Autos können wegen des Produktionsstopps ebenfalls nicht mehr erreicht werden. Die enormen Liquiditätsprobleme zwangen Saab im April zu dem bis heute anhaltenden Produktionsstopp, da Zulieferer wichtige Bauteile als Pfand für unbezahlte Rechnungen zurückbehalten hatten.

Kommentare (1)

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Rudolf

07.07.2011, 15:16 Uhr

Leider ist Ihr Artikel etwas unvollständig ausgefallen - als wirklich recht positive Nachricht fehlt z. B. der Hinweis, dass z. Zt. bereits über 10.000 Bestellungen für Neuwagen (insbesondere aus dem Ausland) vorliegen.

In Deutschland gibt es nicht zuletzt wegen zahlreicher "objektiver" Testberichte viele Neinsager und somit noch wenig neue Bestellungen. Wer wirklich hinter die Kulissen sehen möchte, sollte die Vorzüge der SAAB-Automobile im wahrsten Sinne des Wortes selbst erfahren und nicht jedem Testbericht trauen.

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