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03.06.2011

12:32 Uhr

Videospot

Plagiatsvorwurf - Rapper Eminem verklagt Audi

VonFlorian Brückner

Mit einem Videospot zum neuen Audi A6 Avant hat sich der deutsche Autobauer eine Menge Ärger eingehandelt. Der Rapper Eminem will Audi verklagen - und in den USA braut sich noch mehr Ärger zusammen.

Der Rapper Eminem ist auf Audi derzeit nicht gut zu sprechen. Quelle: Reuters

Der Rapper Eminem ist auf Audi derzeit nicht gut zu sprechen.

Dreist kopiert, eine Schande, Audi = fail - die Kommentare zu einem neuen Videospot des deutschen Autobauers auf dem Internetportal Youtube fallen durch die Bank ziemlich vernichtend aus. Ausgerechnet Audi, die bislang von Erfolg zu Erfolg eilende Premium-Marke des VW-Konzerns, ist in den Vereinigten Staaten drauf und dran eine Welle der Empörung auszulösen  - und hat sich überdies auch noch einen handfesten Rechtsstreit mit dem Hip-Hop-Star Eminem eingehandelt. Und das auch noch mit dem neuen Audi A6 Avant.

Das Video zu Audis wichtigen Edelkombi ist gerade einmal 2,10 Minuten lang. Ein gut gekleideter Mann rauscht mit seinem neuen Avant durch die dunklen Straßen einer deutschen Großstadt. Begleitet von Gitarrenriffs fährt der silberne Audi an Nachtschwärmern, Denkmälern und Theatern vorbei durch die Häuserschluchten während die Kamera immer wieder mal einen Blick auf ein neues A6-Feature riskiert. Klingt cool? Klingt vor allem bekannt.
Der neue Audi-Trailer erinnert sowohl von den Bildern als auch vor allem von der Musik stark an einen in den USA ausgesprochen bekannten Film: Und zwar an Chryslers „Born of Fire“ getauften Werbespot, der beim Endspiel der Football-Meisterschaften im Fernsehen übertragen worden war und binnen Stunden in den USA landesweit berühmt wurde.
Im Chrysler-Video rollte ein schwarzer 200 durch die harte Wirklichkeit der Straßen Detroits. Der Clou: Am Steuer saß der weiße Rapper Eminem, folgerichtig kurvte der Hip-Hop-Star auch zu den Gitarren-Riffs seines Hits “Lose yourself” durch Motor City. Genau da liegt nun ein Hauptproblem des Audi-Films. Denn die Rythmen von Audi sind denen von Eminem verflixt ähnlich.

Und so kommt, was kommen muss: Die Firma Eight Mile Style, die sich um die Lizensierung von Eminems Songs kümmert, will Audi in Hamburg wegen unrechtmäßiger Nutzung verklagen. „Wir sind absolut schockiert“, wird Joel Martin, Manager von Eight Mile Style, in einem Statement zitiert, das dem Branchenblatt Automotive News vorliegt. Für den Rapper geht es um Schadenersatz - für Audi erst einmal darum, überhaupt zu klären, was da eigentlich genau passiert ist.
In Ingolstadt weiß man von den Vorfall, will aber offiziell noch keine Stellung dazu nehmen. „Wir prüfen das jetzt“, heißt es von einem Sprecher, der betont, dass es sich bei dem Video nicht um einen öffentlichen Werbespot handelt. Der Film soll bei der Präsentation des A6 Avants gezeigt worden sein. Wie das Video nun ins Netz gekommen ist? Noch unklar.
Bei Chrysler gibt man sich indes entspannt, kann sich aber eine gewisse Häme nicht verkneifen. In einem Brief an Autmotive News heißt es, dass “manche” die Bedeutung des Wortes Copyright wohl missverstehen würden.

Kommentare (4)

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keeper

03.06.2011, 14:34 Uhr

der Chrysler sieht einer C-Klasse wesentlich ähnlicher
als der Audi-Clip dem Chrysler-Clip...

... scheint wohl eher ein guerilla-marketing-gag von den Leuten hinter dem Rapper zu sein...

daniel

03.06.2011, 15:56 Uhr

entschuldigen Sie,aber hören Sie sich doch einmal die musik von beiden Clips genau an!Wenn einem da nichts auffällt,dann weiss ich auch nicht mehr.Und das mit der C-Klasse...Sie sollten doch wissen,dass sich im 21 Jahrhundert fast alle autos sehr ähneln.

Alfred_H

03.06.2011, 19:07 Uhr

Das sollte doch inzwischen bekannt sein, dass die dummen Jungs in den Marketingabteilungen nichts können außer abkupfern. Jeder hat den Vergleich der US-Werbespots zum Thema "Vote" mit dem genauso nachgemachten deutschen Spot mitbekommen. Im deutschen Fernsehen läuft alles, was man in Amerika oder in England abgucken konnte. Was eigenes ausprobieren ist doch riskant. Das kann man doch nicht machen. Das kostet doch Geld. Und wenn es floppt, kann sich der Boss nicht mehr soviel in die eigene Tasche stecken. In den Chef-Etagen gibt es nunmal nur noch dumme Menschen mit Dollarzeichen in den Augen. Die Eliten wollen unter sich bleiben. Da kann man sich doch nicht mehr darüber wundern.

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