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06.11.2014

13:37 Uhr

Viele Exportaufträge

Deutsche Industrie mit kleinem Auftragszuwachs

Die Nachfrage bei der deutschen Industrie legt im September um 0,8 Prozent zu. Dabei steigen die Exportaufträge deutlich, die Inlandsaufträge schrumpfen. Ökonomen zufolge wächst die deutsche Wirtschaft nur langsam.

In Schutzfolien eingepackte Neufahrzeuge auf Güterzug-Anhängern: Die Nachfrage nach Investitionsgütern wie Fahrzeugen erhöhte sich deutlich. dpa

In Schutzfolien eingepackte Neufahrzeuge auf Güterzug-Anhängern: Die Nachfrage nach Investitionsgütern wie Fahrzeugen erhöhte sich deutlich.

BerlinDie deutsche Industrie erholt sich nur langsam vom stärksten Auftragseinbruch seit der Finanzkrise. Die Bestellungen stiegen im September dank der anziehenden Nachfrage aus dem Ausland um 0,8 Prozent zum Vormonat, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin mit. Ökonomen hatten ein Plus von 2,3 Prozent erwartet. Allerdings fiel der Rückgang im August mit revidiert 4,2 (bisher: 5,7) Prozent deutlich geringer aus als zunächst gemeldet. Dennoch blieb dies das größte Minus seit Anfang 2009, als die Finanzkrise die Weltwirtschaft in die Rezession stürzte.

„Die Verunsicherung durch die geopolitischen Konflikte und die schwache Konjunktur im Euroraum belasten weiterhin die Industriekonjunktur“, erklärte das Ministerium. Auch der späte Zeitpunkt der Ferien dürfte erneut gedämpft haben. Im gesamten dritten Quartal stieg die Nachfrage so nur minimal um 0,1 Prozent zum Vorquartal.

Die Bestellungen aus dem Ausland legten im September um 3,7 Prozent zu. „Die robust wachsenden USA verhindert derzeit das Schlimmste“, sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Die Inlandsaufträge schrumpften hingegen um 2,8 Prozent. „Es ist zu vermuten, dass die Russland-Sanktionen die deutschen Unternehmen stark verunsichern“, sagte Gitzel.

Die größten Gewinner im deutschen Automarkt

Platz 10

Dacia - Plus 7,5 Prozent - 48.907 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die rumänische Billigtochter bleibt eine Erfolgsgeschichte für Renault und wächst in Europa weiterhin deutlich stärker als der Markt.

Quelle: Kraftfahrzeugbundesamt

Platz 9

Skoda - Plus 8,5 Prozent - 173.538 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Mittlerweile sind die Tschechen die erfolgreichste Importmarke in Deutschland. Neue Modelle wie der Fabia dürften den Absatz auch im kommenden Jahr ankurbeln.

Platz 8

Seat - Plus 11,7 Prozent - 91.192 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns fährt aus der Krise. Der neue Leon macht's möglich - und beschert ein sattes Absatzplus auf dem deutschen Markt.

Platz 7

Nissan - Plus 13,7 Prozent - 62.536 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Den Japanern ist zum Jahresende etwas die Puste ausgegangen. Insgesamt kann sich das Absatzplus im abgelaufenen Jahr aber sehen lassen. Neue Modelle wie der Pulsar sollen die Erfolgsgeschichte im kommenden Jahr wiederholen.

Platz 6

Mitsubishi - Plus 14,1 Prozent - 24.131 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Japaner haben mit dem Outlander PHEV einen der ersten SUVs mit Plug-in-Hybrid im Angebot. Insgesamt überzeugt die Modellpalette die Deutschen offenbar.

Platz 5

Volvo - Plus 16 Prozent - 31.919 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Schweden sind zurück. Mit Modellen wie dem SUV XC90 blasen die Skandinavier wieder zum Angriff. Besonders zum Jahresende legte der Absatz deutlich zu.

Platz 4

Mazda - Plus 16,7 Prozent - 52.491 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Kennen Sie noch die uncoolen Mazdas aus den 90ern? Die Autokäufer in Deutschland kennen sie nicht. Eine runderneuerte Modellpalette bringt Mazda unter den Gewinnern der Zulassungsstatistik weit nach vorne.

Platz 3

Porsche - Plus 17,1 Prozent - 24.365 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen setzt seine Erfolgsgeschichte ungebrochen fort. Besonders zum Jahresende legt Porsche deutlich zu. Dabei dürften Verkaufsschlager wie der Macan auch weiterhin für Absatz sorgen.

Platz 2

Land Rover - Plus 18,1 Prozent - 14.679 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die noblen Briten können mit dem Evoque auch modern und klein. Das zahlt sich bei den Verkäufen aus. In Deutschland verkauft Land Rover fast doppelt so viele Autos wie Konkurrent Jeep.

Platz 1

Jeep - Plus 48,8 Prozent - 10.268 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die SUV-Marke aus dem Hause Fiat/Chrysler wächst in Deutschland stärker als alle Konkurrenten. Das dürfte Fiat-Chef Marchionne freuen, für dessen Premiumstrategie die Marke eine Schlüsselrolle spielt. Besteller ist der Grand Cherokee.

Ökonomen trauen der deutschen Wirtschaft für das dritte Quartal bestenfalls ein Mini-Wachstum zu. „Auch für das vierte Quartal nicht mit einem nennenswerten Plus zu rechnen“, sagte Commerzbank-Experte Marco Wagner angesichts der mauen Auftragslage. Mit einer Krise rechnen aber die wenigsten Experten. „Es gibt aktuell keine wirklich belastbaren Hinweise auf einen Konjunktureinbruch“, sagte Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. „Von dem Rezessionsgerede sollte man sich nicht verunsichern lassen.“ Das Statistische Bundesamt veröffentlicht kommende Woche seine erste Schätzung zum Abschneiden der deutschen Wirtschaft von Juli bis September.

Besonders deutlich erhöhte sich die Nachfrage nach Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen. Hier gab es ein Plus von 1,3 Prozent. Die Bestellungen von Konsumgütern nahmen dagegen um 1,4 Prozent ab, während die für Vorleistungsgütern wie Chemikalien um 0,8 Prozent wuchsen.

Von

rtr

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