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26.04.2013

14:44 Uhr

Vier Millionen Autos verkauft

Honda, der unbekannte Riese aus Asien

VonFrank G. Heide, Tobias Döring

Die Japaner verkaufen mehr als vier Millionen Autos und legen einen Gewinnsprung hin. Dabei plagten Honda zuletzt Rückrufaktionen. In Deutschland ist die Marke hauptsächlich Motorradfahrern ein Begriff.

Die USA sind für Honda der wichtigste Markt. Reuters

Die USA sind für Honda der wichtigste Markt.

Düsseldorf/TokioKennen Sie die Honda HS 621? Oder die HS 622 und die HS 760, die mit dem neuen GX-Motor? „Trotz höherer Leistungswerte verbrauchen die neuen Modelle weniger Kraftstoff“, preist der Hersteller die Produkte an. Der Ausstoß von Schadstoffen sei minimiert sowie die Geräusch- und Vibrationswerte gesenkt worden.

Die Modelle sind Ihnen kein Begriff? Kein Wunder, denn es handelt sich um die neuesten Schneefräsen. Die haben die Japaner in ihrer Produktpalette – genauso wie Rasenmäher-Roboter und Außenbordmotoren für Boote. Das wichtigste Geschäftsfeld von Honda sind aber nicht seine Motorgeräte, sondern Autos und Motorräder.

Und damit fahren die Japaner satte Überschüsse ein: Am Freitag gab Honda einen Gewinnsprung für das abgelaufene Geschäftsjahr (bis Ende März) um fast 74 Prozent auf 367 Milliarden Yen (2,8 Milliarden Euro) bekannt. Der drittgrößte japanische Autobauer hat mehr als vier Millionen Fahrzeuge verkauft.

Hierzulande führt die Marke aber ein Schattendasein. Dabei ist der größte Motorenhersteller der Welt seit 1961 in Deutschland vertreten. Hondas Marktanteil im wichtigen deutschen Automarkt ist nur marginal und lag in nach Daten des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) den ersten drei Monaten dieses Jahres bei gerade einmal 0,8 Prozent. Entsprechend zählt Honda hierzulande nicht zu den bekanntesten Automarken.

Erfolgreicher als im Autobereich sind die Japaner in Deutschland immerhin auf zwei Rädern unterwegs. Hinter Platzhirsch BMW (23 Prozent) kommen sie mit einer ebenso umfassenden wie regelmäßig erneuerten Motorrad-Modellpalette vom kleinen Scooter bis zur großen Goldwing auf rund 13 Prozent Marktanteil.

Welche Autostandorte die beste Qualität produzieren

Quelle

In der Studie „European Automotive Survey 2013“ haben die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young 300 europäische Unternehmen der Automotive-Branche befragt, wie sie die Produktqualität der Automobilstandorte bewerten.

Platz 18

Türkei
Nirgendwo wird die Produktqualität schlechter bewertet als in der Türkei. Nur zwei Prozent der befragten Unternehmen halten die Türken für sehr wettbewerbsfähig, 17 Prozent eher wettbewerbsfähig.

Platz 17

Ungarn
Mit Daimler und Audi haben zwei deutsche Hersteller große Werke in Ungarn. In punkto Produktqualität hat das osteuropäische Land enormen Nachholbedarf. Ein Prozent halten die Ungarn in diesem Feld für sehr wettbewerbsfähig, 20 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 16

Indien
Auf Indiens Automarkt regieren die Billigmodelle. Darunter leidet auch die Bewertung der Produktqualität. Vier Prozent bewerten den Standort als sehr wettbewerbsfähig, 22 als eher wettbewerbsfähig.

Platz 15

Polen
Der Nachbar ist ein wichtiger Produktionsstandort für deutsche Autokonzerne, doch die Produktqualität wird nicht sonderlich hoch bewertet. Drei Prozent halten die Polen für sehr wettbewerbsfähig, 23 Prozent für wettbewerbsfähig.

Platz 14

Russland
Die große Wachstumshoffnung in Europa, doch in punkto Produktqualität besteht Nachholbedarf. Drei Prozent halten das Land für sehr wettbewerbsfähig, 23 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 13

Slowakei
Die Heimat von VW-Tochter Skoda schneidet in der Bewertung der Produktqualität ebenfalls eher schlecht ab. Drei Prozent halten das Land für sehr wettbewerbsfähig, 24 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 12

China
Als Absatzmarkt ist China für die Hersteller immens wichtig, in der Produktion gibt es offensichtlich noch Probleme. Nur fünf Prozent halten China in punkto Produktqualität für sehr wettbewerbsfähig, 27 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 11

Spanien
Auch in Spanien werden derzeit die Autoproduktionen wieder hochgefahren. Sechs Prozent halten das Land in punkto Produktqualität für sehr wettbewerbsfähig, 28 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 10

Brasilien
Einen großen Sprung im Ranking macht das südamerikanische Land (+13 Prozentpunkte). Zuletzt haben mehrere Autokonzerne in Brasilien investiert. Die Produktqualität bewerten sieben Prozent als sehr wettbewerbsfähig, 29 als eher wettbewerbsfähig.

Platz 9

Tschechien
Unter Osteuropas Ländern belegen die Tschechen in punkto Produktqualität einen Spitzenplatz, insgesamt reicht das aber nur fürs Mittelfeld. Vier Prozent halten Tschechien für sehr wettbewerbsfähig, 31 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 8

Italien
Auch wenn die Autoindustrie des Landes leidet, an der Produktqualität in der Heimat von Fiat und Ferrari kommen nur wenige Zweifel aus. Sechs Prozent aller befragten Unternehmen halten das Land in diesem Punkt für sehr wettbewerbsfähig, 34 halten Italien für eher wettbewerbsfähig.

Platz 7

Frankreich
Auch wenn der Mittelfeldplatz anderes vermuten lässt: Auch in punkto Produktqualität sind die Franzosen der große Verlierer des Rankings. Satte 15 Prozentpunkte hat der Standort seit 2011 eingebüßt. Mittlerweile halten nur noch zehn Prozent aller befragten Unternehmen halten das Land für sehr wettbewerbsfähig, 34 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 6

England
Das Vereinigte Königreich war einst eine stolze Autonation. In punkto Produktqualität halten die Briten immerhin den Anschluss an die Spitzengruppe. 13 Prozent bewerten die Heimat von Mini und Rolls Royce als sehr wettbewerbsfähig, 35 Prozent als eher wettbewerbsfähig.

Platz 5

USA
Volkswagen feiert in Amerika immer neue Wachstumsrekorde, auch in punkto Produktqualität hat das Land zugelegt. 13 Prozent halten den Standort USA für sehr wettbewerbsfähig, 47 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 4

Südkorea
Hyundai und Kia sorgen auf dem europäischen Automarkt für Wirbel. Das liegt auch an der Produktionsqualität der südkoreanischen Konzerne. Der Standort gewinnt im Qualitätsranking satte 22 Prozentpunkte – mehr als jedes andere Land. Für 19 Prozent aller befragten Unternehmen ist das Land sehr wettbewerbsfähig, für 42 Prozent eher wettbewerbsfähig.

Platz 3

Schweden
Auch in der Produktqualität belegt die Heimat von Volvo einen Spitzenplatz. 14 Prozentpunkte haben die Skandinavier im vergangenen Jahr hinzugewonnen. 19 Prozent aller befragten Unternehmen halten Schweden für sehr wettbewerbsfähig, 43 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 2

Japan
Die japanische Autoindustrie hat sich erholt und greift nun wieder nach der Weltspitze – auch in punkto Produktqualität. 28 Prozent bewerten Japan als sehr wettbewerbsfähig, 44 als eher wettbewerbsfähig. Das sind satte 18 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Platz 1

Deutschland
Geht es nach der Einschätzung der europäischen Automotive-Unternehmen ist kein Land in Europa qualitativ hochwertiger als Deutschland. Satte 51 Prozent halten den Standort für sehr wettbewerbsfähig in punkto Produktqualität, 37 bewerten die Deutschen als eher wettbewerbsfähig

Bei den Autos konnte Honda die Verkäufe in Deutschland im Vergleich zum Vorjahresquartal gerade so stabil bei rund 5500 Autos halten. Dabei ist die Modellpalette recht frisch: Der Honda-SUV CR-V ist in der vierten Generation seit November in Deutschland erhältlich, die Weiterentwicklung des Civic ist erst seit gut einem Jahr im Handel. Doch das Kompaktklasse-Modell kommt nicht in Fahrt: Meist verkauftes Modell vor dem Civic (1458 Verkäufe von Januar bis März laut KBA) und dem CR-V (1676) bleibt der Kleinwagen Jazz (1948).

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

27.04.2013, 01:05 Uhr

Die machen echt gute Autos.

Account gelöscht!

27.04.2013, 12:30 Uhr

Schade daß Honda den deutschen Markt so vernachlässigt. All die schönen Modelle, wie der Brio, der Feed, der City oder der asiatische Accord, sowie das Accord-Coupe und all die schönen Acura-Modelle gibt es eigenartigerweise in Deutschland nicht.

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