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31.01.2007

15:08 Uhr

Viertes Quartal

Boeings Kosten fressen Umsatz auf

Im vierten Quartal konnte der Flugzeugbauer Boeing mit Umsatz und bereinigtem Gewinn die Analysten positiv überraschen. Fürs gesamte Jahr 2006 sieht es beim Flugzeugbauer dagegen unter dem Strich weniger gut aus.

HB NEW YORK. Die anhaltend gute Nachfrage nach neuen Verkehrsflugzeugen stimmt den US-Flugzeughersteller Boeing für die kommenden Jahre optimistisch. Der Airbus-Erzrivale hob seine Prognose für 2007 an. Im Schlussquartal des vergangenen Jahres verdoppelte Boeing nach Angaben vom Mittwoch dank der Auslieferung von mehr Flugzeugen seinen Gewinn auf 989 Mill. Dollar. Unter anderem wegen der Kosten durch die Schließung des verlustträchtigen Flugzeug-Internetdienstes Connexion blieb der Gewinn im Gesamtjahr 2006 allerdings mit 2,85 Dollar je Aktie unter dem Vorjahreswert von 3,20 Dollar.

Für Boeing-Chef Jim McNerney war 2006 dennoch ein gutes Jahr. „Wir haben neue Rekorde beim Umsatz, bei den Finanzmitteln und beim Auftragsbestand erreicht“, sagte er. Zudem sei die Produktivität verbessert worden. „Diese Konzentration auf Leistung gibt uns die Zuversicht, uns für 2007 und 2008 hohe Ziele zu setzen.“ In diesem Jahr will Boeing einen Gewinn von 4,55 bis 4,75 Dollar je Aktie erzielen. Im Jahr darauf sollen es 5,55 bis 5,75 Dollar werden.

Auch die Geschäfte der Rüstungssparte liefen gut und trugen zum deutlichen Plus beim Konzernergebnis bei. Das US-Militär hatte zuletzt wegen der Einsätze im Irak und in Afghanistan seine Ausgaben kräftig angehoben.

An der New Yorker Börse wurden die Zahlen positiv aufgenommen. Die Boeing-Papiere legten 4,5 Prozent auf knapp 90 Dollar zu. Das Zahlenwerk könnte die Initialzündung für weitere Kursgewinne sein, hieß es in einer Studie der Bank of America. „Dieser Zyklus sieht länger und stärker aus, mit dem Höhepunkt in der Produktion noch eine ganze Weile entfernt - möglicherweise 2010.“

Boeing zog im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit 2000 bei den Flugzeugbestellungen wieder an Airbus vorbei. Nun will der US-Konzern dem Erzrivalen auch bei den Auslieferungen die Spitze streitig machen. 2007 sollen 440 bis 445 Maschinen die Boeing-Montagehallen verlassen, im Jahr darauf 515 bis 520. Airbus hat sich für 2007 als Ziel gesetzt, 440 bis 450 Flugzeuge an Kunden zu übergeben. 2006 lieferte Boeing 398 Flugzeuge aus, Airbus 434.

Seinen Optimismus stützt Boeing auch auf den großen Erfolg seines neuesten Modells, den 787 Dreamliner. Insgesamt liegen Boeing 452 Bestellungen von 36 Kunden für das Langstreckenmodell vor. Nach wie vor hält Boeing an seinem Zeitplan für das Flugzeug fest: Die Maschine soll in diesem Jahr erstmals abheben, das erste Flugzeug soll im Mai 2008 ausgeliefert werden. Dennoch räumte der US-Konzern ein, nach wie vor Probleme beim Gewicht des Flugzeugs und mit Zulieferern zu haben. Der Einbau der umfangreichen Verkabelung beim A380 hatte dagegen Airbus in eine schwere Krise gestürzt, die der Flugzeugkonzern mit einem Sanierungsprogramm bewältigen will. Zudem floppte der neueste Airbus, der A350, in einer ersten Version bei den Kunden und musste grundlegend überarbeitet werden.

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