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30.01.2007

16:11 Uhr

Viertes Quartal

Merck & Co. leidet weiter unter Vioxx-Skandal

Hohe Sonderbelastungen und die scharfe Konkurrenz durch billigere Medikamentenkopien haben den Gewinn des US-Pharmariesen Merck & Co mehr als halbiert. Auch eine alte Katastrophe belastet den Arzneimittelhersteller nach wie vor.

HB NEW YORK. Dem Gewinneinbruch im vierten Quartal stand allerdings ein Umsatzwachstum gegenüber, das über den Erwartungen der Wall Street lag. Die Merck-Aktie gewann im frühen US-Börsenhandel 0,64 Prozent auf 45,80 Dollar.

Merck & Co verdiente im Schlussquartal des vergangenen Jahres 474 Mill. Dollar nach 1,12 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Pro Aktie standen 22 Cent Gewinn in den Büchern verglichen mit 51 Cent im Vorjahreszeitraum. Merck musste im Quartal insbesondere den kräftigen Umsatzeinbruch bei seinem vormaligen Schlüsselmedikament Zocor zur Cholesterin-Bekämpfung verkraften, das inzwischen im Wettbewerb mit Generika steht. Dazu kamen 466 Mill. Dollar an Sonderkosten im Zusammenhang mit der Übernahme der Biotechfirma Sirna Therapeutics. Zudem verbuchte der in Whitehouse Station im US-Bundesstaat New Jersey ansässige Arzneimittelhersteller 75 Mill. Dollar an Kosten wegen der andauernden Verfahren und der tausenden noch ausstehenden Klagen um das vom Markt genommene Schmerzmittel Vioxx.

Ohne Sonderposten kam der Konzern im vierten Quartal auf einen Gewinn von 50 Cent je Aktie. An der Wall Street wurden 51 Cent erwartet. Für das laufende Jahr stellte Merck & Co wie bisher einen Gewinn von 2,51 bis 2,59 Dollar in Aussicht. Darin sind Restrukturierungskosten allerdings nicht eingerechnet. Im Jahr 2006 kam der Pharmariese auf einen Gewinn von 2,52 Dollar je Aktie. Merck & Co sei auf Kurs, bis 2010 ein prozentual zweistelliges jährliches Gewinnwachstum zu erzielen, wobei Sonderfaktoren und Restrukturierungskosten nicht einbezogen seien, gab sich die Unternehmensführung zuversichtlich

Beim Umsatz erzielte Merck & Co im vierten Quartal einen Zuwachs um fünf Prozent auf sechs Mrd. Dollar. Die Umsätze des einstmals stärksten Medikaments Zocor schrumpften allerdings drastisch um 65 Prozent auf 379 Mill. Dollar. Viele der anderen Medikamente und Impfstoffe hätten dagegen ein starkes Wachstum verzeichnet, begründete das Management um Konzernchef Richard T. Clark das Umsatzplus. Analysten hatten im Schnitt nur einen Quartalsumsatz von 5,36 Mrd. Dollar erwartet.

Zu den Umsatztreibern im Schlussquartal gehörte das Asthmamittel Singulair mit einem Umsatzanstieg von 17 Prozent auf 960 Mill. Dollar. Die zusammengefassten Erlöse der Bluthochdruck-Mittel Cozaar und Hyzaar nahmen um elf Prozent auf 865 Mill. Dollar zu. Die Impfstoffumsätze verdoppelten sich sogar auf 683 Mill. Dollar. Darin enthalten sind auch die Erlöse des weltweit ersten auf dem Markt befindlichen Impfstoffs Gardasil gegen Gebärmutterhalskrebs. Die anteiligen Einnahmen mit den Cholesterin-Bekämpfern Vytorin und Zetia sprangen um 46 Prozent auf 1,1 Mrd. Dollar in die Höhe. Merck teilt sich die Einnahmen aus den beiden lukrativen Präparaten mit dem US-Pharmakonzern Schering-Plough.

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