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13.03.2012

21:40 Uhr

Voestalpine

Stahlkonzern schließt Duisburger Standort

Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine will die Schienenproduktion in Duisburg einstellen. Das ist eine Folge des Schienenkartellverfahrens, bei dem sich der Konzern als Kronzeuge angedient hatte.

Voestalpine und anderen Konzernen wird vorgeworfen, beim Verkauf von Schienen an die Deutsche Bahn Preise abgesprochen zu haben. dapd

Voestalpine und anderen Konzernen wird vorgeworfen, beim Verkauf von Schienen an die Deutsche Bahn Preise abgesprochen zu haben.

FrankfurtEin Schienenkartellverfahren und die Schließung einer Tochter in Deutschland kommen den österreichischen Stahlkonzern Voestalpine teuer zu stehen. Der Konzern bilde dafür Rückstellungen von 205 Millionen Euro, teilte Voestalpine am Dienstag mit. Die Schienenproduktion in Duisburg solle frühestens Ende 2012 eingestellt werden, da die zuständige Tochter TSTG Schienentechnik nicht mehr wirtschaftlich sei.

Das Kartellamt wirft mehreren Unternehmen - neben Voestalpine auch ThyssenKrupp - vor, beim Verkauf von Schienen an die Deutsche Bahn und deren Konkurrenten zwischen 1998 und 2008 unerlaubt Aufträge verteilt und Preise abgesprochen zu haben. Die Österreicher hatten sich den Wettbewerbshütern als Kronzeuge angedient und hofften so, um eine Kartellstrafe herum zu kommen.

Diese Hoffnung scheint Voestalpine nun vorerst aufgegeben zu haben. Mit den Rückstellungen würden nicht nur sämtliche Kosten im Zusammenhang mit der Schließung der Schienenproduktion in Duisburg, sondern auch die Risiken im Zusammenhang mit dem Kartellverfahren abgedeckt, erklärte Voestalpine. Die Rückstellungen würden im Jahresabschluss zum 31. März 2012 verbucht. Voestalpine hatte für das Geschäftsjahr 2011/12 zuletzt ein Betriebsergebnis von 900 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Die Duisburger Tochter TSTG beschäftigte zuletzt rund 465 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von mehr als 250 Millionen Euro.

Von

rtr

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