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10.02.2015

10:53 Uhr

Voestalpine

Stahlkonzern trotzt Konjunkturabkühlung

Voestalpine kann der weltweiten Konjunkturabkühlung weiterhin Stand halten. Obwohl der erhoffte Aufschwung ausgeblieben ist, sieht sich der Stahlkonzern aus Österreich weiter auf Kurs für eine Gewinnsteigerung.

Voestalpine hält trotz schwieriger Marktbedingungen an seinen Gewinnzielen fest. Reuters

Stahlkonzern auf Kurs

Voestalpine hält trotz schwieriger Marktbedingungen an seinen Gewinnzielen fest.

WienDer österreichische Stahlkonzern Voestalpine kann der weltweiten Konjunkturabkühlung weiterhin Stand halten. Obwohl es in Europa nicht zum erhofften Aufschwung gekommen sei, sieht sich das Unternehmen dank seiner guten Auslastung weiter auf Kurs für eine Gewinnsteigerung im Gesamtjahr.
Für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr 2014/15 werde unverändert ein leicht über dem Vorjahresniveau von 792 Millionen Euro liegendes operatives Ergebnis (Ebit) erwartet, teilte Voestalpine am Dienstag mit. Gegenüber Reuters präzisierte Voestalpine-Chef Wolfgang Eder sein Gewinnziel zuletzt auf 850 Millionen Euro. Auch das Ebitda soll steigen.

Dank der Spezialisierung auf Spezialstahlprodukte trifft den Konzern eine Wirtschaftseintrübung in Europa nicht ganz so stark wie traditionelle Stahlanbieter. Zudem liefen für den Konzern zuletzt die Geschäfte in der Wachstumsregion Nordamerika gut. In Europa schwächle die Nachfrage hingegen. Das Unternehmen hofft hier auf Unterstützung durch die anhaltend starke Konjunktur in der Automobilindustrie. Voestalpine erzeugt unter anderem Bleche für Karosserieteile.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Aufgrund des gesunkenen Ölpreises dürfte auch die Nachfrage nach Stahlrohren für Pipelines schrumpfen. Die Voestalpine hatte – ebenso wie der deutsche Konkurrent Salzgitter – für das Pipelineprojekt South Stream einige Aufträge erhalten. Während Salzgitter mit Einbußen rechnet, sehen die Österreicher durch die Absage des Projektes keine Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung. Bisher konnten aufgrund des hohen Auftragsbestandes im Grobblechsegement negative Auswirkungen vermieden werden, hieß es. Die Voestalpine rechnet aber mit zunehmend schwierigen Bedingungen in diesem Marktsegment.

In den ersten drei Quartalen sei bei einem etwa stabilen Umsatz von 8,3 Milliarden Euro der operative Gewinn um 10,2 Prozent auf 627,4 Millionen Euro gestiegen. Unter dem Strich kletterte der Gewinn um gut ein Viertel auf 442,8 Millionen Euro. Hier profitierte der Konzern von einer niedrigeren Steuerquote.

Europäische Stahlhersteller kämpfen seit Jahren mit einer schwachen Nachfrage und Überkapazitäten. Zudem drängen Konkurrenten aus China und Russland verstärkt auf den europäischen Markt. Auch 2015 rechnet die deutsche Stahlindustrie nur mit einer moderaten Belebung der Geschäfte.

Von

rtr

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