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30.06.2012

03:33 Uhr

Volkmar Denner

Im Krisen-Kampf lässt sich der neue Bosch-Chef von Apple inspirieren

Empfindlich getroffen von der Schuldenkrise, bekommt der Bosch-Konzern einen neuen Chef. Volkmar Denner will das Rad herumreißen. Mit „begeisternden Produkten“ und großem Respekt für die wertvollste Firma der Welt.

Volkmar Denner übernimmt am Sonntag die Führung des Bosch-Konzerns. dpa

Volkmar Denner übernimmt am Sonntag die Führung des Bosch-Konzerns.

StuttgartDie Schuldenkrise der Euro-Staaten reißt dem weltgrößten Autozulieferer und Haushaltsgerätehersteller Bosch wegen flauer Nachfrage der Verbraucher Löcher in die Kassen. „Die Euro-Krise schlägt sich bereits im Geschäft nieder“, sagte der designierte Bosch-Chef Volkmar Denner, der am Sonntag als siebter Vorsitzender der Geschäftsführung die Leitung des 126 Jahre alten Stuttgarter Konzerns übernimmt.

In Europa stagnierten die Geschäfte mit Ausnahme Deutschlands „mehr oder weniger“, vor allem bei konsumnahen Erzeugnissen fehlten die Kaufimpulse.

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Er wird zum 1. Juli Franz Fehrenbach (62) nachfolgen, der in den Aufsichtsrat wechselt.

Hinter die noch im Frühjahr ausgegebene Umsatzprognose setzt Bosch damit ein Fragezeichen. „Wir gingen bisher von einem Wachstum von drei bis fünf Prozent für 2012 aus, sehen aber durchaus in den letzten Wochen zunehmende Wachstumsrisiken“, teilte der stark vom Export abhängige Konzern mit einem Jahresumsatz von zuletzt 51,5 Milliarden Euro mit.

Der 55-jährige promovierte Physiker Denner kam 1986 ins Unternehmen und folgt dem seit 2003 an der Spitze stehenden Franz Fehrenbach nach. Fehrenbach, der am Sonntag 63 Jahre alt wird, wechselt auf den Chefposten des Aufsichtsrats und wird sich künftig vor allem um die politische und gesellschaftlichen Kontakte kümmern.

Denner übernimmt den weltgrößten Autozulieferer in turbulenten Zeiten: „Insgesamt wird 2012 kein einfaches Jahr“, hatte der scheidende Konzernchef Fehrenbach seinem Nachfolger bereits Ende April mit auf den Weg gegeben. In Europa drohe ein Stagnation, die Maschinenbaukonjunktur schwäche sich ab und die Rohstoffpreise blieben hoch. Denner will die vor Bosch liegende holprige und kurvenreiche Wegstrecke mit „Kontinuität“ sowie einem „authentischen und offenen“ Führungsstil meistern.

Kommentare (5)

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30.06.2012, 07:18 Uhr

"Apple als Lichtgestalt"....und genau deshalb haette sich Bosch damals nicht von seiner Telekommunikationssparte trennen duerfen durch Verkaeufe an Marconi, Motorla etc. auch wenn die Sparte schlecht gefuehrt wurde und unter der traditionellen Spaltung in zwei Hauptstandorte (Frankfurt und Backnang) gelitten hat.

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30.06.2012, 08:54 Uhr

Bosch war immer Vorreiter. Das feine Gespür des Kaufmanns für Geschäftschancen kombiniert mit dem technischen Genie des Tüftlers und den schwäbischen Grundtugenden Fleiß, Gründlichkeit und Zähigkeit hat Bosch an die Weltspitze geführt. Stupide einem Solarförderwahn hinterherzulaufen, hat sich bereits als nicht sehr erfolgreich erwiesen. Jetzt noch eins draufzulegen und als Apple Kopie sein Glück zu versuchen, darf als Kardinalfehler gesehen werden. Bosch ist im Consumer Bereich faktisch nicht sichtbar und hat den Flair einer schwäbischen Hausfrau (solide aber nicht sexy). Daran zu arbeiten ist sicher nicht verkehrt. Als Cash Cow taugt das auf absehbare Zeit aber nicht.

Gast

30.06.2012, 08:55 Uhr

Macht Bosch nicht einen Großteil seines Gewinns mit Autotechnik? Warum sieht der neue Chef dann im Internet und bei Software die Chancen? Ist hier nicht Siemens Lichtjahre voraus? Was ist mit der gescheiterten Batterie Kooperation mit Samsung? Ist das nicht ein wichtigeres Zukunftsthema als Software und Internet, was andere wahrscheinlich viel besser machen können?

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