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29.03.2016

12:55 Uhr

Volkswagen-Abgasaffäre

VW-Aktionäre müssen um Dividende bangen

Die Folgen des Abgas-Skandals dürften auch die VW-Aktionäre zu spüren bekommen. Fällt die Dividende nun ganz aus? Allein das Land Niedersachsen hat gut eine Viertelmilliarde Euro zu verlieren.

DenVolkswagen-Aktionären könnte eine Nullrunde bevorstehen. dpa

VW-Dividende

DenVolkswagen-Aktionären könnte eine Nullrunde bevorstehen.

WolfsburgDie VW-Aktionäre müssen angesichts drohender Milliardenstrafen im Abgas-Skandal einen Totalausfall bei der Dividende fürchten. Es stehe noch nichts endgültig fest, „aber es gibt keinen Hinweis, dass es auch nur Hoffnung auf einen Cent gibt“, sagte ein VW-Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Presse-Agentur.

Analysten hatten zuletzt im Schnitt noch mit knapp 1,50 Euro pro Aktie gerechnet. Ein VW-Konzernsprecher sagte auf Anfrage lediglich: „Wir werden uns am 28. April im Rahmen unserer Bilanzpressekonferenz zu Details unserer Geschäftszahlen äußern.“

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Die Börse strafte Europas größten Autobauer am Dienstag ab. Gegen den Aufwärtstrend im Dax und in der europäischen Autobranche gaben die VW-Vorzugsaktien am Vormittag um knapp 1,5 Prozent nach.

Der zweitgrößte VW-Aktionär Niedersachsen blickt mit Sorge, aber ohne Panik auf einen möglichen Ausfall bei der Dividende des Autobauers. „Es gäbe keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Landeshaushalt“, teilte die Staatskanzlei auf Anfrage mit. Das Land hält jede fünfte VW-Stammaktie, an denen die Stimmrechte und damit die Einflussmöglichkeiten in dem Konzern hängen. Vor einem Jahr hatte Niedersachsen 285 Millionen Euro Dividende eingestrichen. Auch in den Rekordjahren zuvor war das Füllhorn stets bestens bestückt.

Aktionärsvertreter äußerten sich deutlich kritischer. „Sollte Volkswagen einen Überschuss erzielen, wäre eine Reduzierung der Dividende auf null ein Affront“, sagte Alexander Richard von Vietinghoff-Scheel von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

„Ohne einen Gewinn wäre ein Dividendenverzicht für die Aktionäre eher nachvollziehbar“, betonte Vietinghoff-Scheel. Die Aktionäre seien nicht an einer „Dividende aus der Substanz“ interessiert. Es mache keinen Sinn, wenn der Konzern dafür Schulden aufnehmen müsse.

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Für 2014 zahlte der Konzern für jede VW-Stammaktie 4,80 Euro, für jede Vorzugsaktie 4,86 Euro Dividende. Insgesamt schüttete Volkswagen zuletzt rund 2,3 Milliarden Euro seines Gewinns an die Aktionäre aus. Größter Anteilseigner ist die Porsche SE, die von den Familien Porsche und Piëch kontrolliert wird. Neben Niedersachsen hält auch der Staatsfonds des Emirats Katar ein großes Aktienpaket.

Niedersachsens landeseigene Beteiligungsgesellschaft HanBG, bei der der Großteil des VW-Besitzes liegt, parkte die Dividenden zuletzt. Daher bereitet ein Dividendenausfall, womöglich gar ein Totalausfall, dem Land keine Kopfschmerzen. Schon beschlossene Projekte seien für die Folgejahre durch die vorherigen Dividendenzahlungen „komplett ausfinanziert“. Das Land besitzt auch Anteile an anderen Unternehmen, darunter der Stahlhersteller Salzgitter oder die Landesbank NordLB.

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