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06.11.2015

10:14 Uhr

Volkswagen-Absatz in Japan bricht ein

Auch die große Demut kann VW nicht helfen

Auf der Automesse in Tokio gab sich Volkswagen demütig. Trotzdem verzeihen die Japaner dem Autobauer die Diesel-Schummeleien nicht. Der Absatz bricht um die Hälfte ein. Auch in Großbritannien schaut es düster aus.

Der Absatz der Importmarke bricht ein – trotz Entschuldigung. Reuters

VW-Japanchef Stein auf der Tokyo Motor Show

Der Absatz der Importmarke bricht ein – trotz Entschuldigung.

Düsseldorf/TokioJetzt also doch: Das Dieselgate schlägt offenbar auf die Verkäufe bei Volkswagen durch. Der Absatz von VW in Japan ist im Oktober im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 Prozent eingebrochen. Das berichtet die dpa am Freitag in ihrem internationalen Dienst unter Verweis auf den japanischen Auto-Importeursverband. Demzufolge verkaufte VW lediglich noch 2403 Wagen in Japan, ein Jahr zuvor waren es noch 4620. Damals war Volkswagen die meistverkaufte Importmarke in dem asiatischen Land.

Der Markt für importierte Autos hingegen entwickelte sich im abgelaufenen Oktober positiv: Die Verkäufe stiegen – die Wolfsburger ausgenommen – um 5,3 Prozent.

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Auf der Automesse in Tokio hatte sich VW Ende Oktober für die Verfehlungen im Diesel-Skandal entschuldigt. VW-Japanchef Sven Stein hatte sich – wie in dem Land üblich – mehrere Sekunden tief verbeugt. VW-Markenchef Herbert Diess sagte, Volkswagen werde alles dafür tun, verloren gegangenes Vertrauen zurück zu gewinnen.

Bereits am Donnerstag hatte VW Einbrüche in Großbritannien verkraften müssen: Im Oktober brachte der deutsche Autobauer fast zehn Prozent weniger Wagen seiner Kernmarke auf die Straßen gebracht. Die Erstzulassungen von VW-Pkw sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 9,8 Prozent, teilte der britische Branchenverband SMMT. Allerdings fiel auch die Gesamtzahl der neu zugelassenen Autos in dem Land um 1,1 Prozent – zum ersten Mal seit dreieinhalb Jahren.

Kunden der Marke Skoda, die ebenfalls zum VW-Konzern gehört, meldeten 3 Prozent weniger Autos an. Bei Seat betrug das Minus 32,2 Prozent. Die VW-Tochter Audi legte dagegen um 2,2 Prozent zu.

Oft müssen Autokäufer in Großbritannien wie auch in Deutschland Wochen oder sogar Monate auf ihre Fahrzeuge warten, wenn diese nach ihren Wünschen ausgestattet werden. Verzögert könnte die Entwicklung der Neuzulassungen aber auch schon erste mögliche Folgen des VW-Abgas-Skandals widerspiegeln. Insgesamt leidet die Nachfrage nach eigener Einschätzung von Volkswagen noch nicht unter der Affäre.

Der Großbritannien-Chef von VW, Paul Willis, hatte im Oktober im Unterhaus in London „ehrlich und uneingeschränkt“ um Verzeihung für die Manipulationen bei Stickoxid-Werten von Dieselmotoren gebeten: „Wir werden alles Notwendige tun, um Vertrauen zurückzugewinnen.“

Kommentare (35)

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06.11.2015, 10:28 Uhr

"Demzufolge verkaufte VW lediglich noch 2403 Wagen in Japan, ein Jahr zuvor waren es noch 4620."

Wow, das merkt jetzt aber auch jemand in Wolfsburg, dass in Japan ganze 2.200 Säcke Reise, äh Autos weniger verkauft wurden.

Herr Harald Meier

06.11.2015, 10:30 Uhr

Wahnsinnsleistung vom Ex-Management.
Jetzt verstehe ich auch, warum Winterrkorn zum Abschied noch 60 Mio. Euro bekommen hat.

Herr Gerd St

06.11.2015, 10:33 Uhr

Was soll denn dieser Riesenartikel mit solch reisserischen Aussagen ?
Leute, ehrlich... ist es so interessant darüber zu berichten, dass in Japan 2.000 Autos weniger verkauft werden ?
Ich habe gehört, dass in Mali sich der Umsatz auch halbiert hat. von zwei auf ein Fahrzeug !

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