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18.10.2016

08:08 Uhr

Volkswagen

Auch US-Bundesstaat Missouri klagt im Dieselskandal

Insgesamt 17 Bundesstaaten klagen wegen des Abgasskandals in den USA gegen Volkswagen – als jüngster schloss sich Missouri an. Damit könnte eine juristische Einigung für den Autobauer erneut teurer werden.

Eine Klage des US-Bundesstaats Missouri könnte den Abgasskandal für VW noch einmal teurer werden lassen. dpa

Volkswagen in den USA

Eine Klage des US-Bundesstaats Missouri könnte den Abgasskandal für VW noch einmal teurer werden lassen.

WashingtonIn den USA hat ein weiterer Bundesstaat Volkswagen wegen des Abgasskandals bei Dieselfahrzeugen verklagt. Mit Missouri gehen nun insgesamt 17 US-Bundesstaaten gegen den Wolfsburger Autobauer gerichtlich vor, darunter Kalifornien, New York, Texas und New Jersey.

Volkswagen habe nicht nur die Umweltgesetze von Missouri missachtet sondern auch die Gesundheit und das Wohl der Bürger von Missouri, teilte Generalbundesanwalt Chris Koster am Montag mit. Volkswagen erklärte, die Klage zu prüfen und entsprechend zu reagieren.

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Damit könnten weitere Kosten auf Volkswagen zukommen. Mit Sammelklägern und Behörden erreichte der Autobauer bereits einen Vergleich, der aber noch von einem Gericht gebilligt werden muss. Am Dienstag ist deshalb eine Anhörung in San Francisco angesetzt. Dabei geht es um den Rückkauf beziehungsweise die Umrüstung von 475.000 manipulierten Dieselwagen mit 2,0-Liter-Motoren.

Die Einigung kostet VW gut zehn Milliarden Dollar. Der zuständige Richter Charles Breyer gab am Montag zahlreiche Beschwerden von Autobesitzern zur Veröffentlichung frei. Vielen reicht das VW-Angebot nicht.

Weltweite Untersuchungen von Behörden im Abgas-Skandal

Untersuchungen

...bei der Abgasbehandlung zogen weltweit Untersuchungen von Behörden nach sich. Ähnlich wie das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gingen die Behörden in Frankreich und Großbritannien vor. Die Regierung in Paris stellte bei eigenen Nachmessungen an 86 Modellen deutliche Abweichungen und Normverstöße fest.

Weitere Betrugssoftware...

...konnte die eingerichtete Kommission allerdings nicht nachweisen - auch wenn sie mangels ausreichender Informationen mancher Anbieter nicht ausschließen wollte, dass es sie gibt. Die französischen Autohersteller legten daraufhin ähnlich wie in Deutschland Pläne vor, um die Emissionswerte zu verbessern.

Auch das britische Verkehrsministerium...

...fand bei der Nachmessung von knapp 40 verschiedenen Automodellen keine Hinweise auf betrügerische Manipulationen wie bei VW. Jedoch lagen die Stickoxid-Werte im realen Straßenbetrieb um ein Vielfaches über den Prüfstandswerten.

In den Vereinigten Staaten...

...durchleuchtete die Umweltbehörde EPA die Branche, konnte aber nach eigenen Angaben bislang nur bei Volkswagen Fehlverhalten feststellen. Neben den Wolfsburgern nahmen die Aufseher bislang nur Daimler besonders unter die Lupe. Im April forderte das Justizministerium nach Klagen von US-Anwälten die Stuttgarter auf, das Zustandekommen der offiziellen Abgaswerte in den USA intern und unter Einbeziehung der Behörden zu untersuchen - noch ohne Ergebnis.

Südkorea...

...hatte im November nach dem Bekanntwerden der Abgas-Affäre bei VW ebenfalls verschärfte Untersuchungen an Diesel-Modellen von weiteren Unternehmen angekündigt. Abgesehen von Volkswagen warf die Regierung in Seoul auch Nissan die Manipulation von Abgaswerten vor.

In Japan...

...ordneten Behörden ähnliche Nachtests an. Neben Mitsubishi räumte auch Suzuki Motor ein, eine nicht zulässige Testmethode angewandt zu haben. Betroffen waren 26 Modelle.

In Russland...

...wurden Unterlagen über Abgaswerte von Daimler angefordert. Die Aufsichtsbehörden stellten aber keine Verstöße fest.

In den Niederlanden...

...wollte die Regierung Mitte 2016 über Schadstofftests informieren. Zuvor hatte das Umweltinstitut TNO im Auftrag der Regierung schon Emissionstests bei verschiedenen Modellen durchgeführt. In dem Bericht kam man zu dem Schluss, dass die Stickoxid-Werte auf der Straße vielfach höher waren als im Labor. Die Untersuchung zog bislang jedoch keine Konsequenzen nach sich.

In Italien...

...bekam Volkswagen von der Wettbewerbsbehörde eine Millionenstrafe aufgebrummt. Bei anderen Herstellern hätten Tests dagegen keine Hinweise auf Vorrichtungen zur Manipulation ergeben - auch nicht bei Fiat, hieß es aus dem Verkehrsministerium im Juni. Bei Nachtests des deutschen KBA war Fiat zuvor herausgestochen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht nun die EU-Kommission am Zug, Nachmessungen bei den Modellen durchzusetzen.

Von

rtr

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