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05.01.2010

07:42 Uhr

Volkswagen

Autos bauen allein genügt VW-Betriebsrat nicht

Der Betriebsratschef von Volkswagen, Bernd Osterloh, fordert neue Geschäftsfelder für den Autobauer. Gleichzeitig soll der Vorstand die Fremdvergabe von Entwicklungsaufträgen kappen. Osterloh sieht dringenden Handlungsbedarf. Nicht ohne Grund.

VW-Gesamtbetriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh im Gespräch. Quelle: dpa

VW-Gesamtbetriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh im Gespräch.

HB HANNOVER/WOLFSBURG. Um Arbeitsplätze zu sichern, muss der Wolfsburger Autobauer Volkswagen nach Ansicht von Betriebsratschef Bernd Osterloh neue Geschäftsfelder erschließen. "Als Betriebsrat fordern wir, dass VW sich Gedanken über ergänzende Geschäftsfelder macht", sagte Osterloh der "Bild"-Zeitung in Hannover. "Ein Beispiel dafür sind unsere Blockheizkraftwerke, die wir seit wenigen Monaten in unserem Motorenwerk in Salzgitter bauen. Die sind auf der einen Seite ein lohnendes Geschäft, auf der anderen sichern sie Arbeit." Von neuen Geschäftsfeldern könne auch das Nutzfahrzeugwerk in Hannover profitieren und so der Standort weiterentwickelt werden.

Nach Ansicht von Osterloh muss der Vorstand außerdem die hohe Zahl der Fremdvergaben von Aufträgen auf den Prüfstand stellen. "Wir haben in einigen Bereichen ein Drittel eigene und zwei Drittel Fremdkräfte." Vor allem in der Forschung und Entwicklung sei die Fremdvergabe "aus dem Ruder gelaufen", kritisierte Osterloh. "Im IT-Bereich steuert ein Interner häufig sechs Externe. Da muss was passieren." VW müsse künftig wieder mehr selbst machen.

Mit Blick auf die Forderung des Vorstands, dass es eine neue Jobgarantie über das Jahr 2011 hinaus nur bei einer deutlichen Produktivitätssteigerung geben kann, sagte Osterloh: "Wichtige Schritte werden wir in 2, drei Jahren haben. Ich schätze, dass wir dann allein aufgrund von konstruktiven Weiterentwicklungen in der Lage sein werden, die Produktivität pro Jahr um fünf bis sieben Prozent zu steigern. Dazu kommen dann alle anderen Maßnahmen, so dass wir leicht auf mehr als zehn Prozent kommen.

Kommentare (1)

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Hans von Ohain

05.01.2010, 12:21 Uhr

Einerseits hat er ja Recht. Die sinnvolle Erweiterung von Geschäftsfeldern sollte weiter angegangen werden.
Andererseits: Wer VW kennt und mal von innen betrachtet hat, der fragt sich schon, was diese vielen tausend Leute da eigentlich alle so machen. Da wurden über Jahre und Jahrzehnte Tätigkeiten an sich gezogen, die heute entweder niemand mehr braucht oder die von Dritten besser, schneller und preiswerter gemacht werden können.
Konzerne dieser Größenordnung sind doch bei realistischer und vor allem ehrlicher betrachtung halbwegs unführbar. Da beschäftigen sich 80% der Mitarbeiter um sich selbst, damit die anderen 20% produktiv sein können.

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