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11.11.2016

15:09 Uhr

Volkswagen

China bleibt Treiber für VW-Verkäufe

China bleibt für Volkswagen eine tragende Säule. Ohne die hohe Nachfrage in dem asiatischen Riesenreich stünden die Wolfsburger deutlich schlechter da. Denn in anderen Regionen und im Heimatmarkt schwächelt VW.

Die Volkswagen-Modelle „Bora“ und „Jetta“ erfreuen sich in China großer Beliebtheit. Reuters

VW in China

Die Volkswagen-Modelle „Bora“ und „Jetta“ erfreuen sich in China großer Beliebtheit.

WolfsburgEin anhaltend starkes China-Geschäft hat dem VW-Konzern im vergangenen Monat sein Verkaufsplus gerettet. Der Autobauer mit seinen zwölf Marken lieferte im Oktober 870.300 Fahrzeuge an Kunden in aller Welt aus. Das ist eine Steigerung um 4,7 Prozent. Nach den ersten zehn Monaten 2016 kamen bislang fast 8,5 Millionen Fahrzeuge zusammen – 2,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das teilte Europas größter Autobauer am Freitag in Wolfsburg mit.

Damit dürfte Volkswagen auch in diesem Jahr trotz der Diesel-Krise wieder mehr als zehn Millionen Fahrzeuge verkaufen. Allerdings stünde VW ohne den Boom in China weitaus schlechter da, schwächelt der Autobauer doch in anderen Regionen wie Nord- und Südamerika und auch im Heimatmarkt Deutschland. Während es in China für den Konzern bei den Auslieferungen um 16,6 Prozent nach oben ging, verlor das Unternehmen im wichtigen US-Markt 9,5 Prozent.

Weltweite Untersuchungen von Behörden im Abgas-Skandal

Untersuchungen

...bei der Abgasbehandlung zogen weltweit Untersuchungen von Behörden nach sich. Ähnlich wie das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gingen die Behörden in Frankreich und Großbritannien vor. Die Regierung in Paris stellte bei eigenen Nachmessungen an 86 Modellen deutliche Abweichungen und Normverstöße fest.

Weitere Betrugssoftware...

...konnte die eingerichtete Kommission allerdings nicht nachweisen - auch wenn sie mangels ausreichender Informationen mancher Anbieter nicht ausschließen wollte, dass es sie gibt. Die französischen Autohersteller legten daraufhin ähnlich wie in Deutschland Pläne vor, um die Emissionswerte zu verbessern.

Auch das britische Verkehrsministerium...

...fand bei der Nachmessung von knapp 40 verschiedenen Automodellen keine Hinweise auf betrügerische Manipulationen wie bei VW. Jedoch lagen die Stickoxid-Werte im realen Straßenbetrieb um ein Vielfaches über den Prüfstandswerten.

In den Vereinigten Staaten...

...durchleuchtete die Umweltbehörde EPA die Branche, konnte aber nach eigenen Angaben bislang nur bei Volkswagen Fehlverhalten feststellen. Neben den Wolfsburgern nahmen die Aufseher bislang nur Daimler besonders unter die Lupe. Im April forderte das Justizministerium nach Klagen von US-Anwälten die Stuttgarter auf, das Zustandekommen der offiziellen Abgaswerte in den USA intern und unter Einbeziehung der Behörden zu untersuchen - noch ohne Ergebnis.

Südkorea...

...hatte im November nach dem Bekanntwerden der Abgas-Affäre bei VW ebenfalls verschärfte Untersuchungen an Diesel-Modellen von weiteren Unternehmen angekündigt. Abgesehen von Volkswagen warf die Regierung in Seoul auch Nissan die Manipulation von Abgaswerten vor.

In Japan...

...ordneten Behörden ähnliche Nachtests an. Neben Mitsubishi räumte auch Suzuki Motor ein, eine nicht zulässige Testmethode angewandt zu haben. Betroffen waren 26 Modelle.

In Russland...

...wurden Unterlagen über Abgaswerte von Daimler angefordert. Die Aufsichtsbehörden stellten aber keine Verstöße fest.

In den Niederlanden...

...wollte die Regierung Mitte 2016 über Schadstofftests informieren. Zuvor hatte das Umweltinstitut TNO im Auftrag der Regierung schon Emissionstests bei verschiedenen Modellen durchgeführt. In dem Bericht kam man zu dem Schluss, dass die Stickoxid-Werte auf der Straße vielfach höher waren als im Labor. Die Untersuchung zog bislang jedoch keine Konsequenzen nach sich.

In Italien...

...bekam Volkswagen von der Wettbewerbsbehörde eine Millionenstrafe aufgebrummt. Bei anderen Herstellern hätten Tests dagegen keine Hinweise auf Vorrichtungen zur Manipulation ergeben - auch nicht bei Fiat, hieß es aus dem Verkehrsministerium im Juni. Bei Nachtests des deutschen KBA war Fiat zuvor herausgestochen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht nun die EU-Kommission am Zug, Nachmessungen bei den Modellen durchzusetzen.

Weltweit lieferte Volkswagen im Oktober 511.500 Fahrzeuge mit dem VW-Logo aus, das war ein Plus von 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Seit Jahresanfang wurden damit fast 4,9 Millionen VW-Fahrzeuge an Kunden übergeben, das war ein Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Mehr als jedes zweite Auto der Marke verkaufte VW in China – dort stiegen die Auslieferungen seit Jahresanfang um 12,3 Prozent. Bezogen auf den Monat Oktober ergab sich ein Zuwachs um 19,1 Prozent. In Europa gingen die Auslieferungen dagegen im abgelaufenen Monat kräftig zurück.

Von

dpa

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