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11.03.2016

15:00 Uhr

Volkswagen

Chinesisches Neujahrsfest drückt den VW-Absatz

Das chinesische Neujahrsfest fiel in diesem Jahr in den Februar. Während der Feierlichkeiten kommt das Wirtschaftsleben in der Volksrepublik praktisch zum Stillstand. Das bekommt auch Volkswagen deutlich zu spüren.

Dieselskandal

Harte Bandagen: Wie die US-Justiz VW unter Druck setzt

Dieselskandal: Harte Bandagen: Wie die US-Justiz VW unter Druck setzt

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HamburgEin niedrigerer Absatz in China und die Folgen des Abgasskandals in den USA haben den Absatz von Volkswagen im Februar sinken lassen. Im vergangenen Monat schlug der Wolfsburger Konzern rund um den Globus mit 693.300 Fahrzeugen 1,2 Prozent weniger los als vor Jahresfrist. Auf dem größten Einzelmarkt in China schrumpften die Auslieferungen um fast zwei Prozent. Als Grund nannte Volkswagen am Freitag das chinesische Neujahrsfest, das in diesem Jahr in den Februar fiel. Während der Feierlichkeiten kommt das Wirtschaftsleben in der Volksrepublik praktisch zum Stillstand.

In den USA, wo die Manipulation von Diesel-Abgaswerten öffentlich gemacht worden war, verkaufte Volkswagen sieben Prozent weniger Autos. Noch stärker schrumpften die Auslieferungen in Russland (minus 17 Prozent) und Brasilien (minus 35,8 Prozent). In beiden Ländern liegt die Konjunktur schon seit längerem darnieder, neue Autos werden dort kaum gekauft. Dagegen steigerte Volkswagen den Absatz in Westeuropa um 6,5 Prozent, in Deutschland kletterten die Auslieferungen sogar um fast acht Prozent.

Die juristischen Baustellen von VW

Aktionäre fordern Entschädigung

Die VW-Aktie stürzte nach dem Ausbruch der Abgas-Affäre ab, viele Anleger wollen sich ihre Verluste vom Unternehmen erstatten lassen. Ihr Argument: VW hätte deutlich früher über die Probleme informieren müssen, weil Kursabschläge drohten. Mittlerweile haben auch Großanleger entsprechende Klagen lanciert, darunter der größte US-Pensionsfonds Calpers und die Sparkassen-Fondstochter Deka. Der Vermögensverwalter AGI – eine Allianz-Tochter – erwägt die Teilnahme an einer Sammelklage. VW bekräftigte seine Auffassung, alle Pflichten befolgt zu haben.

Klagen einzelner VW-Besitzer

Weltweit wollen VW-Fahrer Schadenersatz einklagen. Das Landgericht Bochum urteilte in einem ersten deutschen Verfahren zwar, dass die Software-Manipulationen keine Pflicht zur Rücknahme der verkauften Autos nach sich ziehen. Manche Anwälte glauben jedoch, dies müsse noch keine Richtungsentscheidung sein. Enttäuschte VW-Kunden machen einen Wertverlust der Fahrzeuge geltend - etwa falls sich Leistungs- oder Verbrauchsdaten durch die notwendigen Umrüstungen verschlechtern. Volkswagen betonte allerdings mehrfach, alle betroffenen Autos seien „technisch sicher und fahrbereit“.

Sammelklagen

Viele Kanzleien buhlen darum, VW-Aktionäre und -Kunden vor Gericht vertreten zu dürfen. In den USA sind Sammelklagen ganz normal, in Deutschland können zumindest Aktionäre ein sogenanntes Musterverfahren beantragen. Dabei wird eine Klage verhandelt, an deren Ausgang sich dann andere Klagen orientieren. VW-Chef Matthias Müller hält das auch für ein Geschäftsmodell von Juristen: „Wir sehen dem ganz gelassen entgegen.“ Viele Autofahrer in Europa versuchen, ihre Verfahren über eine niederländische Stiftung bündeln zu lassen. Der US-Staranwalt Michael Hausfeld kündigte an, im Namen von Kunden und Unternehmen in Deutschland gegen den Konzern vorgehen zu wollen.

Klagen der US-Behörden

Zum Jahresbeginn hat das US-Justizministerium eine Klage gegen VW vorgelegt. Dabei geht es um die Manipulationen an Dieselautos, dem Konzern werden aber auch Tricksereien und Täuschung in der Aufarbeitung der Affäre vorgeworfen. Theoretisch drohen laut der Klageschrift 45 Milliarden Dollar Strafe plus eine möglicherweise milliardenschwere Zahlung im Ermessen des Gerichts. VW will sich mit Verweis auf die laufenden Verfahren nicht dazu äußern. Berichten zufolge weitete das Ministerium seine Ermittlungen nun auf den Verdacht auf Bankbetrug und mögliche Steuergesetzes-Verstöße aus. Volkswagens US-Chef Michael Horn trat überraschend zurück.

Betrugsanzeigen

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt nach den Manipulationen von Stickoxidwerten gegen inzwischen 17 Beschuldigte wegen Verdachts auf Betrug und unlauteren Wettbewerb. Darunter ist nach wie vor kein Vorstandsmitglied. Gegen mindestens fünf Personen wird seit dem Herbst wegen möglicher CO2-Falschangaben ermittelt. Der Vorwurf lautet hier vor allem auf Steuerhinterziehung, weil sich die deutsche Kfz-Steuer stark am CO2-Ausstoß orientiert. Die Staatsanwaltschaft rechnet damit, dass es noch länger dauert, bis Ergebnisse vorliegen. VW will sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

Unter den einzelnen Marken schnitt die mit dem VW-Logo am schwächsten ab. Ihr Absatz fiel im Februar um rund fünf Prozent. Dagegen steigerte sich die Oberklassetochter Audi um gut drei Prozent, die tschechische VW-Schwester Skoda legte um fast vier Prozent zu. Die spanische VW-Tochter Seat stagnierte. Porsche verkaufte zwei Prozent mehr von seinen Sport- und Geländewagen. Insgesamt lieferte der Wolfsburger Mehrmarken-Konzern in den ersten beiden Monaten des Jahres gut 1,5 Millionen Fahrzeuge aus, plus 1,4 Prozent.

Von

rtr

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