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16.04.2015

16:42 Uhr

Volkswagen-Führungskrise

Showdown um Winterkorn in Österreich

Volkswagen-Vorstandschef Martin Winterkorn tritt vor dem Präsidialausschusses des VW-Aufsichtsrats auf. Trotz zahlreicher Rückhaltsbekundungen ist seine Zukunft im Konzern ungewiss. Eine Entscheidung könnte heute fallen.

Der Schatten des Volkswagen-Chefs fällt auf eine Wand. Manager Winterkorn ist vom Aufsichtsratschef scharf angegriffen worden. dpa

Martin Winterkorn

Der Schatten des Volkswagen-Chefs fällt auf eine Wand. Manager Winterkorn ist vom Aufsichtsratschef scharf angegriffen worden.

FrankfurtDie Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass Volkswagen-Vorstandschef Martin Winterkorn zu einem Showdown mit dem Aufsichtsrat gereist ist. Der Manager werde vor dem Präsidialausschuss auftreten, der außer der Reihe heute tagt, schreibt die Agentur mit Berufung auf Personen, die über die Beratungen informiert sind.

Nach dpa-Informationen findet die Sondersitzung im österreichischen Salzburg statt. Das gleichnamige Bundesland ist die Heimat von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, dort ist auch der Familiensitz der ebenfalls an dem Konzern beteiligten Familie Porsche. Nach dpa-Informationen startete ein Flugzeug am Donnerstag im VW-Auftrag aus Niedersachsen gen Salzburg. Darin saß auch der niedersächsische Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil (SPD).

Nach Handelsblatt-Informationen hat die Sitzung um 15 Uhr begonnen. Insider berichten, das Treffen ist gegen kurz nach 19 Uhr beendet worden. Ergebnisse wurden bislang nicht bekannt. Die „FAZ“ will aus Volkswagen-Kreisen erfahren haben, dass Winterkorn mit der Forderung nach einer Vertragsverlängerung in das Gespräch gehen wollte. Winterkorn hat bisher einen Vertrag bis 2016.

Das Präsidium, der engste Kreis des VW-Aufsichtsrats, will über einen Ausweg aus der Führungskrise beraten, nachdem Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch von Winterkorn abgerückt war. „Ich bin auf Distanz zu Winterkorn“, hatte er „Spiegel Online“ gesagt und damit für Turbulenzen bei VW gesorgt. Das Präsidium ist mit seinen sechs Mitgliedern der Kern des 20-köpfigen Aufsichtsrats und bereitet entscheidende Weichenstellungen des Kontrollgremiums vor.

Im Präsidium sitzen: Ferdinand Piëch (Vorsitz), Berthold Huber von der IG Metall (stellvertretender Vorsitz), VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh, der Sprecher des Porsche-Familienzweigs Wolfgang Porsche, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sowie der Osterloh-Vize Stephan Wolf.

Kommentare (6)

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Frau Ute Umlauf

16.04.2015, 17:04 Uhr

Warum sind alle möglichen Kamdidaten älter als 55 Jahre? Das ist doch krank. Ein 45 Jähriger ist doch wesentlich innovativer u. belastbarer.
Das Hauptproblem ist Piech u. der gehört schon lange weg.

Herr x y

16.04.2015, 17:06 Uhr

Mich stört da was an der Geschichte. Herr Winterkorn ist 68 Jahre alt und hätte eigentlich für den Rest seines Lebens ausgesorgt. Wenn mir da einer über die Schuhe liefe, wie es Herr Piëch getan hat, würde ich fristlos meinen Hut nehmen und ihn mit dem Problem alleine stehen lassen. Grund genug wäre vorhanden, sogar noch eine Abfindung für die Restlaufzeit des Vertrages mitzunehmen. Hier noch zu kämpfen ist rational nicht erklärbar, und was die emotionale Seite anbelangt, ist die Zeit und Energie woanders besser angelegt. Vielleicht sollte ich Herrn Winterkorn auf meine Yacht in die Karibik einladen, um ihm zu zeigen, wie das geht.

Herr Rene Willems

16.04.2015, 17:18 Uhr

für die Finanzwelt mag Herr Winterkorn ein Star sein - für den Kunden ist es VW (und Töchter) nicht. Ich erinnere an das späte (gezwungene) Eingeständnis der DSG-Getriebe Schäden in China und Fernost, an Motoren-"Schrott" - quasi aller TSI Motoren mit Steuerkette, auf deren Kosten und Folgekosten die Volks-Kunden sitzenbleiben - die Liste ist lang und teuer, wenn man DERZEIT VW fährt.
Vielleicht hat das ja Herr Piëch erkannt und ihm sind Nachhaltigkeit und Kunden-Orientierung wichtiger. Es wäre zumindest für mich als Wolfsburger wünschenswert - endlich mal wieder Autos mit ruhigerem Gewissen und geringerem Risiko zu kaufen.

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