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29.08.2016

19:02 Uhr

Volkswagen

Hamburg wird zur Teststadt für das Roboter-Auto

VonChristoph Kapalschinski

VW-Chef Matthias Müller und Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz haben eine Mobilitätspartnerschaft unterzeichnet. Das Ziel: vernetzte Mobilitätslösungen der Zukunft unter Realitätsbedingungen zu entwickeln und zu testen.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD, rechts) und Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller steigen vor dem Hamburger Rathaus in einen Audi A7, der elektrisch angetrieben und für autonomes Fahren vorbereitet ist. dpa

Mobilitätspartnerschaft unterzeichnet

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD, rechts) und Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller steigen vor dem Hamburger Rathaus in einen Audi A7, der elektrisch angetrieben und für autonomes Fahren vorbereitet ist.

HamburgSeine Zukunftsabteilung hat der Volkswagen-Konzern zwar gerade in Berlin angesiedelt, für den Realitätstest gibt Volkswagen-Chef Matthias Müller der Hauptstadt allerdings einen Korb. Stattdessen erklärte er am Montag Hamburg zum weltweiten Testlabor für Elektromobilität, vernetzten Verkehr und autonomes Fahren. Am Montagnachmittag unterzeichneten er und Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) im Hamburger Rathaus eine gemeinsame Absichtserklärung.

Das Ziel: eine ganze Reihe von vernetzten Mobilitätslösungen der Zukunft unter Realitätsbedingungen zu entwickeln und zu testen. Beide Partner bewerben sich zudem um eine weltweite Konferenz für solche Lösungen, die ITS in fünf Jahren. Bis dahin sollen erste Ergebnisse der Kooperation zu sehen sein.

„Große Herausforderungen meistert niemand allein“, sagte Müller. Hamburg sei als Standort aus zwei Gründen gewählt worden: Die Stadt sei offen für eine Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftspartner und zudem ein ideales Testfeld. „Wir können die gesamte klassische VW-Produktpalette vom Motorrad bis zum Schiffsmotor einsetzen“, sagte er. Die Metropolregion Hamburg habe fünf Millionen Einwohner und einen der weltgrößten Häfen in Innenstadtlage, ergänze Scholz.

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Der Abgas-Skandal bei Volkswagen treibt die Kosten für die Bürger in vielen deutschen VW-Standorten in die Höhe. Wegen der massiv einbrechenden Gewerbesteuer drehen die Städte teils heftig an ihren Gebührenschrauben.

Die Kooperation sei weltweit einmalig, versprach Müller. Lediglich Einzelmarken des Konzerns würden ähnliche Projekte an ihren Standorten anstreben: VW in Wolfsburg, Seat in Barcelona und Skoda in Prag. Diese seien allerdings weniger umfassend. Scholz sagte in Anspielung auf den Dieselskandal um überhöhte Abgaswerte: „Es hat einige Pressemeldungen in letzter Zeit gegeben, die nicht ganz positiv ausgefallen sind.“ Volkswagen sei dennoch ein zuverlässiger Partner.

Für Müller ist das ein wichtiger Schritt für seine Strategie „Together 2025“, die dafür sorgen soll, dass der weltgrößte Automobilkonzern beim digitalen Umbruch am Ball bleibt.

Die nun unterzeichnete Absichtserklärung liest sich allerdings recht unverbindlich. Beide Partner wollten „Hamburg als Modellstadt für zukünftige nachhaltige und integrierte urbane Mobilität“ entwickeln, heißt es. Dahinter stehen jedoch eine ganze Reihe konkreter Projekte, an denen teils schon ein Jahr gearbeitet wird. So wollen VW und die Stadt bei einem Modellprojekt zum autonomen Fahren zusammenarbeiten, das die Bundesregierung unterstützt. Im Stadtbezirk Bergedorf soll ein Modellprojekt für gemeinsam genutzte Autos, eventuell auch Carsharing, bereits Anfang 2017 starten. Dazu gehören auch Lösungen wie die Lieferung von Postpaketen in den Kofferraum.  

Ein größeres Projekt bahnt sich mit der Hafenbehörde HPA an. Seit längerem steht der Hafen wegen hoher Emissionen in der Kritik – vor allem aus Schiffsdiesel, aber auch aus dem Lkw-Verkehr. Volkswagen könnte hier etwa intelligente Leitsysteme und die Vernetzung von Transporten erproben. Ein kleineres Projekt könnte am Hamburger Flughafen starten: Hier plant Volkswagen, autonomes Parken zu erproben – Autos sollen sich also selbst ihren Parkplatz suchen.

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