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25.07.2015

13:03 Uhr

Volkswagen in China

VW erwägt wohl keine Produktionskürzung

Verwirrspiel um China: Das Reich der Mitte ist für Volkswagen mittlerweile der wichtigste Markt. Doch die Nachfrage ist schwach. Dennoch dementiert der Konzern eine Meldung, wonach die Produktion gekürzt werden müsse.

Ein VW Santana Taxi (rechts) im Stau in einem Tunnel in Shanghai: In China ist Nachfrage gering. dpa

VW in Sicht

Ein VW Santana Taxi (rechts) im Stau in einem Tunnel in Shanghai: In China ist Nachfrage gering.

BerlinVolkswagen plant trotz des schwächeren Autoabsatzes in China keine Produktionskürzungen in dem Land. Dies sagte ein Unternehmenssprecher am Samstag und reagierte damit auf einen Bericht des „Spiegels“. Das Magazin hatte gemeldet, der Autobauer erwäge, die Fabriken nur an 270 statt wie bisher an 300 Tagen im Jahr zu öffnen.

Im Juni seien auf dem weltweit größten Automarkt 22 Prozent weniger Wagen der Kernmarke Volkswagen als im Vorjahr verkauft worden. Auch der deutsche BMW -Konkurrent sei von der Flaute in der Volksrepublik betroffen und wolle deshalb seine Produktion in China in diesem Jahr um 10.000 Autos reduzieren.

China ist für Volkswagen mit einem Absatzanteil von 40 Prozent inzwischen der wichtigste Markt. Im ersten Halbjahr sank der Absatz des Konzerns um rund vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Volkswagen: zwölf Marken bald in vier Familien?

VW vor dem Umbruch

Bei Europas größtem Autobauer Volkswagen läuft vom Motorrad bis zum Schwerlaster alles vom Band. Demnächst könnte es vier Marken-Familien unter dem Konzerndach geben.

Quelle: dpa

Volumen

Die Kernmarke VW-Pkw steht für rund jedes zweite verkaufte Auto im Konzern und produziert Modelle vom Kleinstwagen Up bis zum luxuriösen Phaeton. Sie könnte mit der tschechischen Pkw-Tochter Skoda und der spanischen Marke Seat eine Familie für den Massenmarkt bilden. Das Trio kam zuletzt auf rund 75 Prozent vom Konzernabsatz.

Premium

Dafür steht im VW-Konzern vor allem Audi. Die Ingolstädter setzten 2014 rund 1,45 Millionen Wagen ab. Zu Audi zählen auch die Edelmarke Lamborghini, die 2014 aber nur 2650 Fahrzeuge produzierte, und die Motorräder von Ducati (Jahresproduktion gut 45.000 Stück).

Sport und Luxus

Das ist im Konzern vor allem Porsche. Die Schwaben setzten 2014 rund 190 000 Wagen ab. Zusammen mit Audi fuhr Porsche zuletzt zwei Drittel des Konzern-Betriebsgewinns ein. Zu den Schwaben könnte sich die Luxuswagenschmiede Bentley gesellen, Hoflieferant des britischen Königshauses. Die 2014 rund 11.000 abgesetzten Wagen sind konzernweit zwar kaum zu sehen. Doch Bentley treibt Trends wie den Leichtbau voran, was auch Porsche macht. Hinzu kommen könnte Bugatti, wo 2014 zwar nur 45 Autos verkauft wurden. Jedoch baut Bugatti das Spitzenprodukt im Konzern: Der Supersportler Veyron fährt Tempo 432.

Schwere Nutzfahrzeuge

Das sind bei Volkswagen MAN und Scania. Beide Marken formen künftig in einer eigenständigen Holding eine gemeinsame Organisationseinheit – nehmen die Familienbildung also schon voraus.

Der Rest

Übrig blieben die VW-Nutzfahrzeuge (VWN), die im leichten Segment der gewerblichen Nutzung etwa Kastenwagen für Handwerker bauen. VWN hat technologisch mehr Nähe zu den Pkw-Schwestern als zu MAN und Scania.

Das jahrelang rasante Wachstum des chinesischen Marktes hat sich zuletzt stark abgekühlt. Die Käufer sind zurückhaltender geworden, denn die Wirtschaft wächst langsamer und der jüngste Börsencrash kostete die Privatanleger Geld.ß

Von

rtr

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