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18.04.2012

18:56 Uhr

Volkswagen-Konzern

Audi schnappt sich Ducati

Es war ein Wunsch des VW-Patriarchen Piëch: der Kauf der Motorradmarke Ducati durch die Volkswagen-Tochter Audi. Einen Tag nach Piëchs Geburtstag und einen Tag vor der VW-Hauptversammlung ist das Geschäft besiegelt.

Der italienische Hersteller Ducati steht für sportliche Motorräder. AFP

Der italienische Hersteller Ducati steht für sportliche Motorräder.

Ingolstadt/HamburgDer Volkswagen-Konzern hat jetzt auch Motorräder im Angebot. Für Europas größten Autobauer kauft die Ingolstädter Konzerntochter Audi die legendäre italienische Motorradschmiede Ducati zu einem nicht genannten Preis. In früheren Medienberichten war von einem Kaufpreis von etwa 860 Millionen Euro die Rede. Am Vorabend der VW-Hauptversammlung am Donnerstag in Hamburg segneten die Aufsichtsräte das Geschäft ab. Damit erfüllten sie einen Wunsch von VW-Patriarch Ferdinand Piëch, der am Dienstag 75 wurde und italienisches Design liebt.

Audi ist im VW-Konzern bereits für den italienischen Sportwagenbauer Lamborghini zuständig, um die noch exklusivere Marke Bugatti kümmern sich die Wolfsburger selbst. Ducati wurde 1926 in Bologna gegründet und gehört zu den bekanntesten Motorradherstellern der Welt.

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Ausschlaggebend für die Standortwahl waren nicht zuletzt die niedrigen Lohnkosten.

Der Finanzinvestor Investindustrial hatte das Traditionsunternehmen 2005 in der Krise übernommen und zieht sich jetzt wieder zurück. Ducati verkaufte 2011 rund 42 000 Motorräder, machte 480 Millionen Euro Umsatz und schreibt inzwischen schwarze Zahlen. Allerdings gilt das Motorradgeschäft als schwierig, der Markt in Europa hat sich in den letzten Jahren halbiert. Angesichts prall gefüllter Kassen wagt VW das Experiment aber. Der Konzern hatte im vergangenen Jahr 8,3 Millionen Autos verkauft und 15,8 Milliarden Euro Gewinn eingefahren - mehr als ein Viertel hatte Audi dazu beigetragen.

Audi-Vorstandschef Rupert Stadler sagte, die Premiummarke Ducati habe eine lange Tradition im Bereich der sportlichen Motorräder. „Das Unternehmen verfügt über großes Know-how bei Hochleistungsmotoren und im Leichtbau und gehört zu den ertragsstärksten Zweiradherstellern weltweit. Damit passt Ducati hervorragend zu Audi.“ In Deutschland produziert BMW als einziger Autobauer Motorräder. Bis in die Nachkriegszeit hatten auch die Audi-Vorgänger NSU und DKW noch Zweiräder gebaut.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Gio

19.04.2012, 00:37 Uhr

"...um die noch exklusivere Marke Bugatti kümmern sich die Wolfsburger selbst...." Dieser Satz gibt uns zu verstehen das sie darauf andeuten wollen das Bugatti Italienisch ist. Bugatti ist aber FRANZÖSISCH!

aruba

19.04.2012, 07:37 Uhr

Guten Tag,... Ich fahre zwar leider nicht mehr Motorrad. Die Knochen sind nicht mehr die Besten. Aber Ich bin froh darueber dass Ducati somit nicht den Weg von Moto Guzzi oder Laverda gehen muss. Der alte Piech weiss wovon er redet. Das sind noch echte Motorraeder. Desmo gesteuert... ein Klang eine Strassenlage ein Design.... Toll. Besten Dank

ducausderrhoen

02.05.2012, 23:28 Uhr

Sehe ich auch so .. wer eine Duc hat ..das ist Leidenschaft ! Ab undzu "Schafft eine Duc aber auch Leiden" :-) Eine Diva aus Italien .....
Wer auf sie sitzt vergisst das Leiden und es geht zur Leidenschaft über ...
Danke Herr Piech !!!

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