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13.10.2016

13:30 Uhr

Volkswagen

MAN-Mitarbeiter erhalten Jobgarantie bis 2025

Durch eine Neuverteilung der Aufgaben erhalten die Mitarbeiter der Lkw-Sparte von MAN eine Beschäftigungsgarantie bis 2025. Die Mitarbeiter sollen bei einer Betriebsversammlung über Details informiert werden.

Durch die Aufgabenverteilung können sich die MAN-Mitarbeiter über eine langfristige Beschäftigung freuen. dpa

VW-Truck-Chef Andreas Renschler

Durch die Aufgabenverteilung können sich die MAN-Mitarbeiter über eine langfristige Beschäftigung freuen.

MünchenNach der Neuverteilung der Aufgaben zwischen den Truck-Töchtern von Volkswagen erhalten die Mitarbeiter der Lkw-Sparte von MAN eine Jobgarantie bis zum Jahr 2025. Die Absicherung gelte für Beschäftigte in Deutschland und Österreich, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Werde sie nicht gekündigt, laufe die Beschäftigungsgarantie automatisch bis 2030 weiter. MAN Truck & Bus und die VW-Truck-Sparte waren zunächst nicht für Stellungnahmen zu erreichen.

Motoren, Modelle und Marken im VW-Abgas-Skandal

Motoren

Laut VW ist der Dieselmotor mit der Bezeichnung EA 189 Kern des Problems. Er wurde bei etlichen Marken eingesetzt, erfüllt die EU-Abgasnorm Euro 5 und wird mit 1,2, 1,6 und 2,0 Litern Hubraum angeboten. Betroffen vom Stickoxid-Skandal sind die Baujahre 2009 bis 2014.

Der Rückruf läuft

Schon ab dem 29. Februar sollte eigentlich der Rückruf der großen 2,0-Liter-Antriebe mit Varianten des Passat und Audi A4 anlaufen, zuvor hatte die Aktion für den Pick-up Amarok begonnen. Für den A4 mit Schaltgetriebe gab es – ebenso wie für den A5 und Q5 sowie den Seat Exeo mit gleichem Motor – bereits die Genehmigung des Kraftfahrt-Bundesamts. Für Passat, CC und Eos liegt sie nun auch vor.

So geht es weiter

Zum kleinen 1,2-Liter-Motor hatte VW in einem Kundenbrief zunächst einen Beginn der Werkstatt-Aktionen ab dem 30. Mai angekündigt. Dieser Teil werde aber erst „verzögert anlaufen“, hieß es jetzt. Die mittelgroßen 1,6-Liter-Aggregate sollten laut bisheriger Planung ab dem 5. September zurück, dabei soll neben einem Software-Update ein Bauteil eingesetzt werden. In den USA sind auch 3,0-Liter-TDI-Autos unterwegs, die ein nach US-Recht verbotenes Programm enthalten.

Betroffene VW-Pkw

Bei der Kernmarke VW-Pkw sind unter anderem der Golf der sechsten Generation, der Passat der siebten Generation und der Tiguan der ersten Generation betroffen.

Betroffene Audi-Modelle

Die Software steckt auch in Modellen der Reihen A1, A3, A4 und A6 sowie Q3 und Q5 der Oberklasse-Tochter Audi.

Sonstige Modelle

Dieselmotoren, die bei Skoda und Seat verwendet wurden, fallen ebenfalls unter den Abgas-Skandal. Bei den leichten VW-Nutzfahrzeugen sind ältere Ausgaben des Caddy und Amarok betroffen. Die in den USA unzulässige Software der 3-Liter-Diesel findet sich im VW Touareg und Porsche Cayenne sowie in den Audi-Modellen Q5, Q7, A6, A7 und A8.

Marken

VW-Chef Matthias Müller gab im vergangenen Oktober an, dass weltweit rund 5 Millionen Autos der Hauptmarke VW-Pkw von der Affäre betroffen sind. Hinzu kommen etwa 2,1 Millionen Audis, 1,2 Millionen Skodas, 700.000 Seats sowie 1,8 Millionen leichte Nutzfahrzeuge.

Unter der Führung von VW-Truck-Chef Andreas Renschler hatte der Konzern die Aufgaben in der Fahrzeugentwicklung zwischen MAN und Scania verteilt, um die Marken nach Jahren der internen Rangeleien endlich enger zu verzahnen. Künftig sollen Teams aus Ingenieuren beider Hersteller wichtige Komponenten wie Motoren, Getriebe, Achsen und Abgasnachbehandlungssysteme gemeinsam entwickeln. Dabei hat jeweils eine Marke den Hut auf: Bei großen Motoren mit 13 Litern Hubraum ist dies Scania, bei kleineren Aggregaten mit fünf bis neun Litern Hubraum hat MAN die Oberhoheit. Eine ähnliche Aufteilung gibt es bei Abgassystemen und Getrieben. Mit der Neuordnung kündigte VW Truck & Bus Ende September zudem die Beschäftigungsgarantie an, nannte aber keinen Zeitraum.

Die Mitarbeiter der MAN-Lkw-Sparte sollten am Nachmittag auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung über Details informiert werden. MAN hatte sein Truck-Geschäft in Europa restrukturiert und bei der Straffung der Produktion rund 1800 Stellen gestrichen. Der Lkw- und Bus-Hersteller will so mehrere hundert Millionen Euro sparen und die im Vergleich zur Konkurrenz niedrige Marge nach oben hieven.

Von

rtr

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