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25.09.2016

10:37 Uhr

Volkswagen

Neue Vorwürfe gegen Ex-VW-Chef Winterkorn

Der frühere VW-Chef Martin Winterkorn soll einem Bericht zufolge Monate vor dem öffentlichen Bekanntwerden des Abgasskandals darüber informiert worden sein – und abgenickt haben, Behörden nur „teilweise“ zu informieren.

Nach Bekanntwerden des Abgasskandals im September 2015 trat der damalige VW-Chef Martin Winterkorn zurück. dpa

Martin Winterkorn

Nach Bekanntwerden des Abgasskandals im September 2015 trat der damalige VW-Chef Martin Winterkorn zurück.

Wolfsburg/BerlinDer wegen des Dieselskandals zurückgetretene frühere VW-Konzernchef Martin Winterkorn soll einem Bericht zufolge vor Bekanntwerden der Abgas-Affäre von Manipulationen gewusst und diese zunächst gedeckt haben. Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ wurde der damalige Vorstandsvorsitzende Ende Juli 2015 von Entwicklern über illegale Software in der Abgastechnik unterrichtet - knapp zwei Monate, bevor VW die Nutzung eines solchen Programms am 20. September auf Druck von US-Behörden hin einräumte.

Aus dem Konzern hieß es auf Anfrage, man nehme zu Spekulationen um die juristische Aufarbeitung des Themas keine Stellung. „Das ist ein laufender Prozess“, sagte ein Sprecher in Wolfsburg der Deutschen Presse-Agentur. „Wir können uns dazu nicht äußern.“

Die „Bild am Sonntag“ beruft sich bei ihrer Darstellung auf ein ihr vorliegendes Papier mit dem Titel „Zulassung Diesel USA“. Winterkorn soll demnach die „Vorgehensweise“ bestätigt haben, zwei VW-Mitarbeiter das brisante Thema bei einem Gespräch in den USA lediglich „teilweise“ offenbaren zu lassen. Belege für eine direkte Anweisung des Managers nennt die Zeitung nicht. Dass Winterkorn von Manipulationen gewusst habe, ergebe sich aus Zeugenaussagen. Er selbst habe sich dem Blatt gegenüber nicht dazu geäußert.

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Die US-Großkanzlei Jones Day durchleuchtet derzeit das Unternehmen und befragt zahlreiche Mitarbeiter. Ihr gegenüber sagte Winterkorn laut der „Bild am Sonntag“ aus, ihm sei zum Zeitpunkt der internen Information nicht bewusst gewesen, dass es sich um Betrug handelte - sonst hätte er eingegriffen. Erste Ergebnisse von Jones Day hätten ursprünglich im Frühjahr vorliegen sollen. VW hatte bereits mehrfach betont, den Ausgang der Prüfungen zunächst abwarten zu müssen.

Bei dem Treffen in den Vereinigten Staaten im August vorigen Jahres sei den Behörden dann nur berichtet worden, dass betroffene Autos „nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprechen“, schreibt die „Bild am Sonntag“ unter Verweis auf einen VW-Vermerk. Dagegen sei von betrügerischen Absichten keine Rede gewesen. Der Ende September 2015 bekanntgewordene Diesel-Skandal mit Millionen manipulierten Wagen stürzte VW in eine tiefe Krise. In den USA, Deutschland und weiteren Ländern gibt es Zivilklagen und auch strafrechtliche Ermittlungen.

Von

dpa

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