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06.04.2006

11:19 Uhr

Volkswagen

Poker um Pischetsrieder

VonJosef Hofmann

Bernd Pischetsrieder, VW-Konzernchef mit gültigem Vertrag bis Frühjahr 2007, macht sich um seine Zukunft anscheinend keine Sorgen.

FRANKFURT. Was die Branche beschäftigt, scheint Bernd Pischetsrieder selbst völlig kalt zu lassen – oder höchstens zu amüsieren. Fragen nach der umstrittenen Vertragsverlängerung nach den Angriffen seines Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch beantwortet er in verschiedenen Versionen stets gelassen und gleich: Er möchte weiter an der Spitze von VW stehen, doch entscheiden werde darüber der Aufsichtsrat.

Aber in diesem Gremium gehen die Meinungen zurzeit auseinander, zumindest über den Zeitplan. Während sich die Vertreter der beiden Großaktionäre Porsche und Niedersachsen, Wendelin Wiedeking und Christian Wulff, bereits im Januar auf eine Vertragsverlängerung für Pischetsrieder verständigt haben, wäre den Arbeitnehmern ein „zappelnder Pischetsrieder“, wie es ein mit der Materie Vertrauter ausdrückt, in den anstehenden Verhandlungen um Restrukturierung und Arbeitsplatzabbau bei VW anscheinend lieber.

Entsprechend unterschiedlich empfinden beide Seiten den Zeitdruck: Wiedeking und Wulff hätten die Personalie am liebsten bereits bei der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 19. und 20. April abgehakt, um Pischetsrieders Position beim dringend nötigen Umbau der defizitären Marke VW zu stärken. Aber genau das passt nicht in das Kalkül der Arbeitnehmer.

Gewerkschafts- und Betriebsratsvertreter im Aufsichtsrat wollen sich mit der Personalie Pischetsrieder frühestens in der ordentlichen Sitzung am Tag vor der VW-Hauptversammlung, also am 2.Mai, beschäftigen, ist zu hören. Noch lieber wäre es der Arbeitnehmerbank, „wenn erst der neue Aufsichtsrat eine solche Entscheidung trifft“, heißt es aus arbeitnehmernahen Aufsichtsratskreisen. Das würde bedeuten, dass sich die Zukunft Pischetsrieders frühestens am Abend des 3. Mai entscheidet.

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