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10.12.2015

13:13 Uhr

Volkswagen spart nach Dieselgate

VW verkauft seinen Business-Airbus

Kaum ein Dax-Konzern gönnte sich bisher eine solch große Luftflotte wie VW. Mit der Fluglinie Lion Air jetteten die Top-Manager um die Welt. Nun wird gespart: Ein A319 wird verkauft, die Flotte insgesamt verkleinert.

Wolfsburg/DüsseldorfVolkswagen verkleinert angesichts des Konzernumbaus auch seine eigene Flugzeugflotte. Ganz ohne eigene Flugzeuge gehe es nicht, sagte Konzernchef Matthias Müller am Donnerstag in Wolfsburg. Ein eigener Airbus sei dafür aber nicht nötig. Die Maschine werde verkauft, sagte Müller.

VW betreibt eine eigene kleine Fluglinie, die über mehrere Maschinen verfügt, darunter ein Airbus A319. Der ACJ319 ist eine Business-Variante des bekannten Passagierfliegers A319. Eine Maschine, mit der sonst fast nur Staatschefs und gekrönte Häupter um den Globus jetten. An Bord der Maschinen geht es komfortabel zu. Das wissen diejenigen, die mitfliegen durften.

Die VW-Fluglinie operiert unter anderem vom Flughafen Braunschweig-Wolfsburg aus und ist unter dem Namen Lion Air Services in George Town auf den Cayman Islands registriert.

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Die Flotte hat Seltenheitswert in der deutschen Wirtschaftswelt. Kaum ein anderer Dax-Konzern gönnt sich eine solch große Luftflotte, ganz im Gegenteil: Eigentlich verzichten immer mehr Unternehmen auf eigene Firmenflieger. Immer wieder gibt es negative Schlagzeilen über die Vermischung von privaten und dienstlichen Flügen von Managern. Charterflieger sind in vielen Fällen die günstigere Alternative. Bei Volkswagen sah man das bisher anders.

Um die Kosten für die Flotte gering zu halten, firmiert Lion Air Services auf den Cayman-Inseln, dort ist die Firma seit 1995 in das Handelsregister eingetragen. Der Konzern legt Wert darauf, dass bei der Wahl des Standorts Steuereffekte keine Rolle spielen, sondern sicherheitsrelevante Aspekte. Offizielle Anschrift ist das „Ugland House“ in der South Church Street – eine klassische Herberge für tausende Briefkastenfirmen.

Ende 2014 wurde die vierte Falcon 7X von Dassault in die Flotte der Lion Air Services integriert. Das Modell gilt als das größte, schnellste und reichweitenstärkste Modell des französischen Flugzeugbauers und kommt auf einen Listenpreis von 41 Millionen Dollar, wobei der Preis stark von der Ausstattung abhängig ist. Sie bilden das Kernstück und können nonstop an fast jeden Punkt des Volkswagen-Reiches fliegen.

Nicht immer enden Dienstflüge von Volkswagen-Managern glimpflich. Am 18. November 2009 rutschte ein Business Jet des Typs Falcon 900EX, der mit fünf Mitarbeitern auf dem Weg zu einem Termin im Werk Emden war, über die Fahrbahn hinaus. Der starke Wind und die rutschige Piste hatten den Bremsweg verlängert – und um 11.26 Uhr knickte in der Wiese hinter der Startbahn das Bugrad ab. Die Flugzeugnase legte sich auf den Boden. Am Ende kamen die Passagiere mit dem Schrecken davon.

Auch bei sanfter Landung sorgen die VW-Jets hin und wieder für Ärger. Mehrere Jahre schwelte am benachbarten Flughafen Braunschweig, der zu großen Teilen von VW genutzt wird, ein Streit um eine Verlängerung der Landebahn.

Kommentare (7)

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Herr Wood Wood

10.12.2015, 13:42 Uhr

ist ja ein Ding, dass die auf der Landebahn auch noch gestartet sind ;-)....mal ganz abgesehen davon ist es recht bescheiden, dass hier als Reaktion auf die Pressekonferenz, der Verkauf von ein paar Flugzeugen das Hauptthema ist!?

Herr Max Huemmler

10.12.2015, 14:09 Uhr

Zeit ist Geld. Bei 60 Fabriken weltweit ist so eine Jet Flotte angemessen. Das wird der "Kleine Mann" nicht verstehen.

Herr Paul Kersey

10.12.2015, 14:16 Uhr

Bin mal auf die dezenten Preiserhöhungen bei allen Konzernmarken in den nächsten 1-3 Jahren gespannt.

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