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04.06.2013

13:47 Uhr

Volkswagen-Tochter

Lastwagenhersteller MAN warnt vor Gewinneinbruch

Überraschung aus München: Der Lastwagenhersteller MAN rechnet mit einem Gewinneinbruch in diesem Jahr. Rückstellungen und das schwache Geschäft mit Schiffsdieseln drücken den Gewinn „ganz erheblich“, so der Konzern.

Der Nutzfahrzeughersteller warnt vor einem Gewinneinbruch. dapd

Der Nutzfahrzeughersteller warnt vor einem Gewinneinbruch.

MünchenDie Volkswagen-Tochter MAN rechnet wegen etlicher Probleme mit einem deutlichen Gewinneinbruch in diesem Jahr. Wie der Münchner Lastwagen- und Maschinenbauer am Dienstag kurz vor der Hauptversammlung am Donnerstag überraschend in einer Pflichtmitteilung erklärte, werde allein eine weitere Rückstellung für den Bau eines schlüsselfertigen Dieselkraftwerks das Ergebnis des zweiten Quartals mit 146 Millionen Euro belasten.

Auch laufe das Service-Geschäft für Schiffsdieselmotoren viel schlechter als bisher angenommen. Dazu gebe es steuerliche Risiken. Das alles werde dazu führen, dass die Umsatzrendite „ganz erheblich“ unter den Stand von 2012 sinken, während der Umsatz wie angekündigt auf dem Niveau von 2012 liegen werde. Vergangenes Jahr hatte MAN rund 15,8 Milliarden Euro umgesetzt, der operative Gewinn betrug 964 Millionen Euro - die Umsatzrendite lag 2012 somit bei 6,1 Prozent.

Die weltgrößten Lkw-Hersteller

1. Dongfeng

Die Dongfeng Motor Corporation ist ein chinesisches Großunternehmen im Lastkraftwagenbau, Busbau und Personenwagenbau sowie in der Entwicklung und Herstellung von Motoren und Fahrzeugkomponenten. Gleichzeitig ist das Unternehmen mit 300.100 verkauften Lkw und einem Marktanteil von 10,3 Prozent im Jahr 2010 der weltgrößte Lkw-Hersteller gewesen.

2. Daimler Trucks

Daimler Trucks belegte mit 280.700 verkauften Einheiten und 9,7 Prozent Marktanteil im Jahr 2010 den zweiten Platz bei den weltgrößten Herstellern von Lkw mit einem Gewicht von mehr als sechs Tonnen.

3. First Automotive Works

First Automotive Works (FAW) ist der größte chinesische Hersteller von Dieselmotoren, Pkw sowie mittleren bis schweren Bussen und Lkw. FAW produziert an insgesamt 19 verschiedenen Standorten hauptsächlich im Nordosten von China. Außerdem hat FAW noch Fabriken in Russland und der Ukraine. FAW verkaufte im Jahr 2010 insgesamt 274.300 Lkw und erreichte einen Marktanteil von 9,5 Prozent - Platz drei bei den weltgrößten Lkw-Herstellern.

China National Heavy Duty Truck

Das chinesische Staatsunternehmen China National Heavy Duty Truck kommt mit 199.900 verkauften Lkw auf einen Marktanteil von 6,9 Prozent im Jahr 2010.

5. Tata Motors

Tata Motors ist der größte Automobilhersteller in Indien und gehört mehrheitlich zur Tata Group. Das Unternehmen ist im Finanzindex BSE Sensex gelistet. Tata Motors ist mit 194.900 verkauften Lkw und einem Marktanteil von 6,7 Prozent der fünftgrößte Lkw-Hersteller der Welt.

6. MAN-Scania

MAN/Scania verkauften im Jahr 2010 zusammen 152.400 Lkw (schwerer als sechs Tonnen) und belegen mit einem Marktanteil von 5,2 Prozent derzeit Rang sechs bei den weltgrößten Herstellern von Lastkraftwagen.

7. Volvo Global Trucks

Die Lkw-Sparte von Volvo verkaufte im Jahr 2010 insgesamt 125.800 Einheiten und belegt mit einem Marktanteil von 4,3 Prozent Platz sieben.

8. Torch

Der chinesische Hersteller Torch hat mit 113.200 verkauften Lkw im Jahr 2010 einen Marktanteil von 3,9 Prozent.

9. Beijing Automotive Industry

Die chinesische Beijing Automotive Industry kam im Jahr 2010 auf 109.400 verkaufte Einheiten und belegt damit Platz neun mit einem Marktanteil von 3,8 Prozent.

10. Ashok Leyland

Der indische Nutzfahrzeughersteller Ashok Leyland produziert Lkw, Omnibusse und Militärfahrzeuge. In der Rangliste der weltgrößten Lkw-Hersteller rangiert das Unternehmen auf Platz zehn. Im Jahr 2010 wurden 80.000 Lkw (schwerer als sechs Tonnen) verkauft, was einem Marktanteil von 2,8 Prozent entspricht.

Auf dem Aktionärstreffen soll der mit Volkswagen ausgehandelte Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag abgesegnet werden. Da VW mehr als die für die Zustimmung nötigen 75 Prozent hält, ist das eine Formsache. Dennoch muss MAN den Aktionären zuvor mögliche Risiken offenlegen - der Grund für die Mitteilung. Für das Kraftwerksprojekt hatte MAN bereits 140 Millionen Euro zur Seite gelegt. Mit der neuen Rückstellung sei nun alles abgedeckt, sagte ein Sprecher.

Die Probleme im Schifffahrtsgeschäft betreffen hingegen vor allem die Zukunft: Angesichts der Flaute in der Frachtschifffahrt sparen Reeder nicht nur bei neuen Frachtern, sie verzichten auch auf Wartung und Ersatzteile. Zwar laufe das Servicegeschäft noch immer sehr gut, allerdings werde das Wachstum künftig viel schwächer ausfallen als erhofft, sagte ein Sprecher. Das drücke die Gewinnerwartung. Dazu gebe es steuerliche Risiken, von denen aber nicht klar sei, ob und welche finanziellen Folgen sie haben werden.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Konzernbauer

04.06.2013, 11:57 Uhr

Überraschend? Da wird ziemlich durchsichtig im unmittelbaren Vorfeld des Abschlusses eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit VW die Lage so schlecht wie möglich dargestellt. Folge: Die sich am Unternehmenswert richtende Abfindung und Ausgleichszahlung an die Minderheitsaktionäre kann mit wunderbarer Begründung "kleingerechnet" werden. Ist der Vertrag abgeschlossen, kann ab nächstem Jahr verkündet werden, dass sich die Situation "überraschend" aufhellt....

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