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12.01.2017

10:17 Uhr

Volkswagen und Dieselgate

Chefs in Wolfsburg können aufatmen

VonStefan Menzel

Die Einigung mit dem US-Justizministerium nimmt eine Last von Volkswagen. Doch der Konzern hat einfach nur Glück damit, dass die gesetzlichen Regeln in Europa längst nicht so scharf wie in den USA sind. Ein Kommentar.

Die Konzernspitze von VW muss die US-Justiz wohl nicht mehr fürchten. dpa

Wolfsburg

Die Konzernspitze von VW muss die US-Justiz wohl nicht mehr fürchten.

DüsseldorfVolkswagen hat ein wichtiges Kapitel geschlossen. Die Einigung mit dem US-Justizministerium im Dieselskandal sorgt dafür, dass die großen und wichtigen rechtlichen Auseinandersetzungen der Affäre tatsächlich beendet sind. Die Verantwortlichen in Wolfsburg können aufatmen. Die starke Aufwärtsbewegung der VW-Aktie an den Börsen unterstreicht, dass die meisten Investoren das genauso sehen.

Das ist wahrscheinlich die wichtigste Nachricht, wenn erst einmal alle moralischen und ethischen Fragen ausgeklammert bleiben. Die Einigung aus Washington ist ein Befreiungsschlag für den VW-Konzern. Im neuen Jahr 2017 sollte sich das gesamte Unternehmen wieder auf die eigentliche Aufgabe konzentrieren und einfach nur Autos bauen.

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Die Dieselaffäre dürfte den Konzern nun nicht mehr lähmen und blockieren. Das ist ganz besonders wichtig, weil Volkswagen wie die anderen Autohersteller auch Digitalisierung und Elektrifizierung vorantreiben muss. Schon jetzt stehen wichtige Vorentscheidungen auf diesen Feldern an, die die gesamte Branche auf Jahre prägen werden.

Das Verhandlungsergebnis aus den USA enthält noch eine andere wichtige Botschaft. Auch den so gefürchteten amerikanischen Kriminalbehörden ist es in einem Jahr intensivster Ermittlungsarbeit nicht gelungen, der VW-Konzernspitze eine konkrete Verwicklung in den Abgasskandal nachzuweisen.

Auch wenn das US-Justizministerium ankündigt, dass die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind: Mit jedem weiteren Tag nimmt die Wahrscheinlichkeit ab, dass insbesondere der frühere Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn die Macht der amerikanischen Justiz fürchten muss. Wenn sich bisher keine Beweise gegen ihn gefunden haben, dann dürfte das auch in naher Zukunft nicht mehr gelingen.

Volkswagen hat es also auch in den USA geschafft, im Kern mit der eigenen Argumentation durchzukommen: Die Dieselaffäre hat ihren Ursprung auf der Ingenieurs- und Entwicklerebene, das Top-Management war in die kriminellen Machenschaften nicht verwickelt.

Kommentare (7)

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Rainer von Horn

12.01.2017, 11:31 Uhr

Die Regeln in Europa sind bewusst so lasch gehalten um die Zahlungen an die Hegemonialmacht nicht zu schmälern. Gott sei dank sind die Zahlungen ja steuerlich absetzbar. Durch den Verlustabzug und die entfallenden Gewinne wird so der Bürger gebührend beteiligt.

Herr Achim Rogalski

12.01.2017, 11:50 Uhr

Die zentrale Frage im Abgas-Skandal lautet doch: Was steht im Gesetzestext ?
Steht dort, die Abgasnormen müssen auf einem Prüfstand für 30 Minuten erfüllt werden, oder steht dort, die Abgaswerte müssen in der Praxis eingehalten werden ?
Im ersten Fall hat die Autoindustrie korrekt gehandelt und man kann ihr keinen Vorwurf machen.
Das Handelsblatt und andere Medien sollten zuerst den Gesetzestext abbilden und dann urteilen.

Frau Lana Ebsel

12.01.2017, 13:27 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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