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25.11.2015

16:01 Uhr

Volkswagen und Dieselgate

Dieses Schnüffelstück soll VW retten

Ein Gitternetz als große Lösung? Bei den betroffenen Wagen mit 1,6-Liter-Motoren will VW einen sogenannten Strömungstransformator einbauen – und sich damit der größten Probleme im Abgasskandal entledigen.

Die Messgenauigkeit soll „entscheidend“ verbessert werden, erklärt VW. Screenshot Youtube

Strömungstransformator

Die Messgenauigkeit soll „entscheidend“ verbessert werden, erklärt VW.

WolfsburgSoftware-Aktualisierungen und ein Gitternetz vor dem Luftmassenmesser: Der Volkswagen-Konzern hat am Mittwoch seine technischen Lösungen für den Großteil der vom Abgasskandal betroffenen Fahrzeuge vorgestellt. Die technischen Maßnahmen für die Motoren vom Typ EA 189 mit einem Hubraum von 1,6 und 2,0 Litern seien vom Kraftfahrtbundesamt „nach intensiver Begutachtung“ bestätigt worden, erklärte Volkswagen in Wolfsburg. „Damit herrscht für den Großteil der betroffenen Fahrzeuge Klarheit zur Behebung der Unregelmäßigkeiten.“

Bei den 1,6-Liter-Motoren werde ein Software-Update vorgenommen und ein sogenannter Strömungstransformator vor dem Luftmassenmesser befestigt, erklärte Volkswagen. Dieses Gitternetz beruhige den verwirbelten Luftstrom vor dem Luftmassenmesser und verbessere dessen Messgenauigkeit „entscheidend“.

Betroffene Autobesitzer müssten für den Einbau „voraussichtlich weniger als eine Stunde“ einkalkulieren. Volkswagen-Chef Matthias Müller hatte bereits am Montag gesagt, die Annahme, dass beim 1,6-Liter-Motor „grundlegende Eingriffe“ notwendig seien, habe sich nicht bewahrheitet.

VW hat ein Video veröffentlicht, das den Einbau zeigen soll:

Der Luftmassenmesser ermittelt laut VW die aktuell durchgesetzte Luftmasse; diese sei ein für das Motormanagement sehr wichtiger Wert für einen optimalen Verbrennungsvorgang.

Auch bei den Zwei-Liter-Motoren werde ein Software-Update aufgespielt, erklärte Volkswagen am Mittwoch. Dies sei ein Aufwand in der Werkstatt von rund einer halben Stunde.

Die technische Lösung für den 1,2-Liter-Dieselmotor will Volkswagen den Angaben zufolge bis zum Monatsende dem Kraftfahrt-Bundesamt zur Prüfung vorlegen. Auch hierbei handele es sich voraussichtlich um ein Software-Update.

Die Pläne von Volkswagen zur Umrüstung von Dieselmotoren

EA 189 2,0 Liter

Nur Software-Update nötig. Geschätzte Arbeitszeit pro Motor etwa 30 Minuten (rund 5,2 Millionen betroffene Einheiten).

EA 189 1,6 Liter

Software-Update und Hardware-Eingriff nötig, letzterer aber weniger umfangreich als zuvor angenommen - es reicht der Einbau eines Strömungstransformators (Gitternetz) vor dem Luftmassenmesser. Geschätzte Arbeitszeit pro Motor weniger als eine Stunde (rund 3 Millionen betroffene Einheiten).

EA 189 1,2 Liter

Vorschläge noch nicht fertig, werden dem KBA noch in dieser Woche vorgestellt. Vermutlich reicht wie beim 2,0-Liter-Motor ein Software-Update aus (rund 300 000 betroffene Einheiten).

Ziel bei der Entwicklung der technischen Maßnahmen bleibe, die gültigen Emissionsziele zu erreichen, „ohne Beeinträchtigung der Motorleistung, des Verbrauchs und der Fahrleistungen“, erklärte Volkswagen. Die Erreichung dieser Vorgaben könne aber „zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht final bestätigt werden“, da noch Messungen bei allen Modellvarianten erforderlich seien.

Kommentare (11)

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Herr Jens Jacob

25.11.2015, 16:39 Uhr

Also ich möchte ja nicht rum unken, aber da fragt man sich ganz banal, wenn das die Lösung für einen Teil der befallenen Produkte ist, warum wurde das nicht gleich verbaut?

Herr Peter Delli

25.11.2015, 16:49 Uhr

Nur durch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse kann man solche komplizierten Teile bauen.

Account gelöscht!

25.11.2015, 16:58 Uhr

Naja Schnüffelstück... Das Handelsblatt fällt aber auf dumme Dinge rein. Schnüffelstück ist umgangssprachlich für den Entlüfter am Heizkörper. Wusste schon Meister Röhrig bei Werner Beinhart.

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