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04.12.2016

12:53 Uhr

Volkswagen

VW-Bosse mussten Firmenjet-Kosten zurückzahlen

Private Flüge auf Firmenkosten – solche Privilegien genossen Volkswagen-Vorstände bis 2014. Doch dann gab es einen Kurswechsel in Wolfsburg – die Führungskräfte mussten die Reisekosten zurückzahlen.

Zwei Jets der Volkswagen-Privatflugzeugflotte, die unter dem Namen „Lion Air Services“ firmiert, im April 2015 auf dem Flughafen in Salzburg. dpa

VW-Jets

Zwei Jets der Volkswagen-Privatflugzeugflotte, die unter dem Namen „Lion Air Services“ firmiert, im April 2015 auf dem Flughafen in Salzburg.

Berlin/WolfsburgVorstände des Autokonzerns Volkswagen haben im Jahr 2014 nach internen Beratungen Reisekosten zurückgezahlt. Zugleich gab es einen Kurswechsel bei der privaten Nutzung von Firmenjets, wie die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Konzernkreisen erfuhr.

Zuvor hatte die „Bild am Sonntag“ berichtet, der Konzern habe 2014 seinen Vorständen Sonderleistungen gestrichen und Rückzahlungen von Reisekosten in Millionenhöhe verlangt. Auslöser seien gestiegene Kosten für private Flüge in den Firmenjets des Autobauers gewesen.

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Wie die Deutsche Presse-Agentur in Konzernkreisen erfuhr, zahlten die Vorstände 2014 Reisekosten „freiwillig“ zurück. Außerdem hieß es, die Firmenjets dürften mittlerweile nicht mehr privat genutzt werden, sondern ausschließlich für Dienstreisen.

Volkswagen erzielte 2014 zwar Milliardengewinne. Angesichts der Ertragsschwäche der Kernmarke VW aber hatte die VW-Spitze damals ein „Effizienzprogramm“ aufgelegt, um Kosten zu senken.

Die damaligen Regelungen der Nebenleistungen und die damals gültige Flugregelung hätten „nicht mehr ins Bild gepasst“, daher habe der Aufsichtsrat dies korrigiert, hieß es am Sonntag in Konzernkreisen. Ein VW-Sprecher sagte der dpa: „Die Vorstände haben Firmenflugzeuge stets in Übereinstimmung mit dem damals geltenden Nebenleistungskatalog genutzt.“ Die Leistungen seien entsprechend dem damals gültigen sogenannten Nebenleistungskatalog in Anspruch genommen und nach den geltenden steuerlichen Grundsätzen korrekt behandelt worden. 2014 sei der Nebenleistungskatalog „konkretisiert“ worden.

Die „Bild am Sonntag“ berichtete außerdem, Vorstände hätten für VW-eigene Häuser günstige Mieten gezahlt. Dazu sagte der VW-Sprecher: „Für die Nutzung von VW-Immobilien zahlten und zahlen Vorstände einen angemessenen Mietzins, der in dem jeweils gültigen Nebenleistungskatalog geregelt ist.“

Im Geschäftsbericht für 2014 wurden für den damals neunköpfigen Vorstand für „Nebenleistungen“ insgesamt rund 1,6 Millionen Euro verbucht. Im Herbst 2015 hatte der Dieselskandal den Konzern in eine schwere Krise gestürzt. Seit langem stehen zum Beispiel hohe Bonuszahlungen für die VW-Vorstände in der Kritik.

Von

dpa

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