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10.02.2016

13:29 Uhr

Volkswagen

VW will Schiffsmotoren-Sparte nicht verkaufen

Bei der Übernahme von MAN kaufte VW auch ein ungeliebtes Kind ein: Die Schiffsmotoren-Sparte des Lkw-Herstellers. Einen Verkauf des Geschäft mit Schiffsdieseln und Großgetrieben dementiert der Konzern aber.

Für die Schiffsmotoren-Sparte von VW gibt es offenbar mehrere Interessenten. ap

Volkswagen

Für die Schiffsmotoren-Sparte von VW gibt es offenbar mehrere Interessenten.

FrankfurtVolkswagen hat einen Bericht über einen möglichen Verkauf seines Schiffsmotoren-Geschäft zurückgewiesen. Es habe in den vergangenen Jahren immer wieder Spekulationen gegeben, VW könne die Power-Engineering-Sparte der Lkw-Tochter MAN abgeben, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. „Um es noch einmal ganz klar zu sagen: Weder MAN Diesel & Turbo noch unsere Beteiligung Renk stehen zum Verkauf.“

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters aus Finanzkreisen haben jedoch mehrere Unternehmen ihre Fühler nach der Schiffsmotoren-Sparte ausgestreckt. Konkurrenten aus China, Europa und den USA hätten Interesse am Geschäft mit Schiffsdieseln, Turbomaschinen und großen Getrieben angemeldet, hatten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Dienstag gesagt.

Die Sparte ist VW im Rahmen der Übernahme von MAN zugefallen. Ein Verkauf, über den in den vergangenen Jahren immer wieder spekuliert wurde, könnte den Niedersachsen nach Einschätzung von Bankern vier bis fünf Milliarden Euro einbringen. VW bereite nun erste Gespräche mit einem chinesischen Interessenten vor, hatte einer der Insider gesagt. Der Prozess befinde sich aber noch in einem sehr frühen Stadium.

Der Wolfsburger Konzern hat mehrfach betont, dass er wegen der Belastungen durch den Diesel-Skandal nicht gezwungen sei, Notverkäufe zu tätigen. Sollte sich daran irgendwann etwas ändern, wäre die Schiffsdiesel-Sparte die erste Option, hatte eine mit dem Konzern vertraute Person gesagt. Die Sparte fährt zwar vergleichsweise hohe Gewinne ein, die Synergien mit dem Fahrzeuggeschäft sind aus Sicht von Experten aber überschaubar.

Als mögliche Interessenten in China werden Konzerne wie Yuchai, Weichai oder Sinomach gehandelt. Andere potenzielle Bieter sind aus Sicht von Bankern das Schweizer Unternehmen Sulzer, der US-Konzern General Electric und Siemens. Diese Firmen hätten aber vermutlich nur Interesse an Teilen der Schiffsmotoren-Sparte. „Die Erwartung ist, dass der Deal kommen wird", sagte ein Banker. „Die Frage ist nur: wann?“

Von

rtr

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