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16.04.2013

14:41 Uhr

Volle Auftragsbücher

Luftfahrtindustrie muss Wachstum bewältigen

Weltweit steigen immer mehr Menschen in Flugzeuge. Auch die deutsche Industrie verdient an dem Trend kräftig mit. Mancher sorgt sich schon, wie das Wachstum bewältigt werden soll. Doch es gibt auch ein Sorgenkind.

Blick auf die Tragfläche eines Flugzeugs: Die Auftragsbücher der Luft- und Raumfahrtindustrie sind gut gefüllt. dpa

Blick auf die Tragfläche eines Flugzeugs: Die Auftragsbücher der Luft- und Raumfahrtindustrie sind gut gefüllt.

BerlinDer Luftfahrtboom in vielen Teilen der Welt beschert der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie zweistellige Umsatzzuwächse. Nach einem Plus von 10,3 Prozent im vergangenen Jahr erwartet der Branchenverband BDLI, dass es in diesem Jahr mindestens genauso stark aufwärts geht. „Die Auftragsbücher sind voll“, sagte der Präsident Lutz Bertling am Dienstag in Berlin.

„Unsere Herausforderung besteht nun darin, das Wachstum zu bewältigen.“ Manche Unternehmen müssten in den nächsten Jahren die Produktion um 40 Prozent hochfahren, ihre weltweiten Lieferketten sichern und um Fachkräfte kämpfen.

2012 erreichte der Branchenumsatz 28,4 Milliarden Euro, die Zahl der Beschäftigten wuchs um 3,4 Prozent auf 100.000 und war damit erstmals sechsstellig. Während die Wehrtechnik ein Umsatzminus von 0,5 Prozent verzeichnete, geht es der zivilen Luftfahrt als wichtigstem Sektor (+14,2 Prozent) wie auch der Raumfahrt (+11,9 Prozent) „sehr, sehr gut“, wie Bertling sagte.

Mit seinen 4.600 bestellten Maschinen habe etwa der Flugzeugbauer Airbus sieben bis acht Jahre zu tun. Aber auch die zahlreichen Mittelständler stünden gut da. „2012 war ein Jahr der weltweiten Flottenerweiterung und eines weiter wachsenden Transportbedarfs“, sagte Bertling.

Vor allem Fluggesellschaften in Asien und im Mittleren Osten wachsen und kaufen viele Flugzeuge, während europäische Airlines Sparkurse eingeschlagen haben. Der Bundesverband der Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) führt seine guten Zahlen auch auf Innovationen und Förderung durch die Bundesregierung zurück.

Das „Sorgenkind“ ist der Rüstungssektor, der bei Umsatz und Beschäftigung für rund ein Fünftel der Branche steht. Dort macht sich die Bundeswehrreform bemerkbar: Die Truppe spart auch bei Kampfjets und Hubschraubern. Laut Bertling führt das zu Existenznöten in kleinen und mittleren Unternehmen. Er warnte, Deutschland könne technische Fähigkeiten verlieren, die auch die zivile Luftfahrt brauche.

Von

dpa

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