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07.07.2017

12:31 Uhr

Volvo

Schwedischer Lkw-Bauer steigt bei Deutz aus

Der deutsche Motorbauer Deutz muss einen großen Verlust verkraften: Der schwedische Lkw-Hersteller Volvo hat über Nacht seinen kompletten Anteil verkauft. Die Deutz-Aktie stürzte daraufhin am Freitag ab.

Der Konzert bot bis zu 30,25 Millionen Deutz-Aktien an. Reuters

Volvo

Der Konzert bot bis zu 30,25 Millionen Deutz-Aktien an.

Köln/StockholmDer Kölner Motorenbauer Deutz hat mit einem Schlag seinen Großaktionär Volvo verloren. Der schwedische Nutzfahrzeughersteller stieß in der Nacht zum Freitag seine 25-Prozent-Beteiligung für knapp 200 Millionen Euro ab und schickte damit die Deutz-Aktie auf Talfahrt. Das Papier verlor mehr als 13 Prozent. Auf die Geschäftsbeziehungen zwischen Volvo und seinem Lieferanten soll der Ausstieg keine Auswirkungen haben.

Volvo bleibe ein wichtiger Kunde, versicherte ein Deutz-Sprecher am Freitag. Der Kölner Traditionskonzern liefert vor allem Dieselmotoren für Baumaschinen an die Schweden und macht mit dem Konzern allein 17 Prozent seines Umsatzes. Volvo ist damit der wichtigste Abnehmer.

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Der Motorenbauer Deutz gibt seinen Standort in Köln-Deutz auf und verkauft das Grundstück für 125 Millionen Euro an einen Projektentwickler. Die Einnahmen sollen zum Großteil in das Servicegeschäft investiert werden.

Volvo stieß die gut 33 Millionen Deutz-Aktien zu je 6,50 Euro ab und nahm damit 197 Millionen Euro ein. Damit musste der Lkw-Bauer einen ungewöhnlich hohen Abschlag von zwölf Prozent zum Schlusskurs vom Donnerstag hinnehmen. Bei Platzierungen werden Aktien in der Regel maximal fünf Prozent billiger verkauft.

Eine Begründung für den Schritt nannte Volvo nicht. Der Verkauf bringe einen Gewinn von umgerechnet rund 36 Millionen Euro. Das Unternehmen hatte sich in den vergangenen Jahren von mehreren Randgeschäften getrennt. Volvo war vor 19 Jahren mit zehn Prozent bei Deutz eingestiegen und stockte das Paket später auf. Volvo hat auch zwei Vertreter im Aufsichtsrat.

Volvo habe angekündigt, selbst mehr Motoren zu bauen, erklärten die Experten von Warburg Research. 2012 sei der Anteil wohl auch deshalb nochmal erhöht worden, um die Lieferungen von Motoren abzusichern. Nun wolle Volvo aber etwa 11.000 Motoren in Eigenregie bauen. Das wären rund 40 Prozent dessen, was man bisher von Deutz bezogen habe. Bis zu acht Prozent des Umsatzes könnten damit gefährdet sein.

Das Geschäft von Deutz gilt als konjunkturanfällig. Eine wirtschaftliche Flaute macht sich umgehend im Absatz von Motoren für Lastwagen und Bau- oder Landmaschinen bemerkbar. Der neue Vorstandschef Frank Hiller will daher das Servicegeschäft ausbauen. 2016 verdiente Deutz unter dem Strich 16 Millionen Euro.

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