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09.09.2014

09:07 Uhr

Von Chinas Preiswächtern

EU-Unternehmen beklagen Intransparenz

China ist der Wachstumsmarkt für viele Unternehmen aus Europa. Aber die „Goldenen Zeiten“ in Fernost sind vorbei. Das Turbowachstum ist zu Ende. Anti-Monopolermittlungen der Volksrepublik bringen Firmen weitere Probleme.

Das Mercedes Benz-Büro in Shanghai: Daimler und andere deutsche Autobauer sind im Fokus der Kartellwächter in China. AFP

Das Mercedes Benz-Büro in Shanghai: Daimler und andere deutsche Autobauer sind im Fokus der Kartellwächter in China.

PekingChinas Anti-Monopolermittlungen setzen europäischen Unternehmen zu. Die Verfahren liefen teilweise undurchsichtig ab, Informationen würden zurückgehalten und besonders ausländische Firmen in den Medien als Schuldige dargestellt, kritisierte die Europäische Handelskammer in China. „Das alles ist sehr intransparent“, sagte Kammerpräsident Jörg Wuttke der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag in Peking. Es gebe durchaus Gründe für die Ermittler, sich die Arbeit mancher Firmen genauer anzusehen. Aber das undurchsichtige Vorgehen der Fahnder schade der internationalen Wahrnehmung Chinas.

In den vergangenen Monaten haben Chinas Preiswächter ihre Verfahren ausgeweitet. Neben Microsoft stehen unter anderem die deutschen Autobauer Audi, Daimler und BMW im Fokus der Ermittler. „Wir zweifeln nicht, dass es Gründe für Prüfungen gibt“, sagte Wuttke. Aber es müsse öffentlich gemacht werden, was den Unternehmen im Detail vorgeworfen werde. Außerdem müsse ihnen die Chance gegeben werden, ausreichend auf Anschuldigungen zu reagieren. Genau das sei derzeit jedoch nicht immer der Fall. „Das hinterlässt einen üblen Nachgeschmack“, meinte Wuttke.

Wettbewerbshüter haben ausländischen Autokonzernen vorgeworfen, ihren Vertragshändlern Mindestpreise zu diktieren. Das ist in China jedoch verboten. Mit „Knebelverträgen“ seien Werkstätten unter Druck gesetzt worden, Ersatzteile nur über den Autokonzern zu beziehen, wobei hohe Margen erzielt worden seien, hieß es. Das wollen die Preiswächter nun eindämmen.

Die größten Autobauer der Welt

Platz 10

Suzuki - 2,69 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Auch wenn der Absatz der Japaner stagniert treibt auch hier der Yen-Wechselkurs die Gewinne nach oben. Der Gewinn legt um satte 50 Prozent zu.

Platz 9

PSA Peugeot Citroën- 2,82 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Franzosen stecken weiter tief in der Krise und haben im Jahr 2013 rund fünf Prozent weniger Autos verkauft. Mit frischem Geld aus China soll es dieses Jahr wieder aufwärts gehen.

Platz 8

Honda - 4,28 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Kaum ein Autokonzern weltweit hat bei den Verkäufen so stark zugelegt wie die Japaner. Unterm Strich steht ein Plus von satten 12 Prozent.

Platz 7

Fiat/Chrysler - 4,42 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Fusion soll dem italienisch-amerikanischen Duo neuen Schwung verleihen. Für Gewinne sind im Markenreicht von Fiat, zu dem auch Maserati, Alfa Romeo und Jeep zählen, vor allem die Amerikaner zuständig.

Platz 6

Nissan- 5,1 Millionen verkaufte Fahrzeuge

In Deutschland erfreut sich vor allem der SUV Qashqai enormer Beliebtheit, aber auch weltweit läuft es rund für Japaner. Unter Strich steht ein Absatzplus von etwa drei Prozent.

Platz 5

Ford- 6,33 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner haben nicht nur eines der besten Jahre der Unternehmensgeschichte hinter sich, sondern mit dem Focus erneut das meistverkaufte Auto der Welt in ihren Reihen. Für das Treppchen reicht das allerdings nicht.

Platz 4

Hyundai/Kia- 7,61 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Das rasante Wachstum der vergangenen Jahre ist etwas abgekühlt, doch die Koreaner legen weiterhin stetig zu. Das Duo landet trotz starker Heimatwährung beim Absatz im Plus.

Platz 3

Toyota- 9,03 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Gewinn hängt Toyota die Konkurrenz um die Weltmarktspitze locker ab, doch beim Absatz reicht es nur für Bronze. Vor allem weil der Absatz im Vergleich zum Vorjahr nur stagniert.

Platz 2

Volkswagen- 9,51 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der VW-Konzern kommt beim Absatz auf den zweiten Platz. Mit allen zwölf Konzernmarken, darunter auch Audi und Porsche, erwirtschaften die Wolfsburger ein Absatzplus von vier Prozent.

Platz 1

General Motors - 9,71 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Absatz behaupten die Amerikaner im Dreikampf mit Toyota und Volkswagen die Krone. Ob sich der Titel angesichts der aktuellen Rückrufprobleme verteidigen lassen wird?

Quelle

Ernst&Young-Studie „Die größten Automobilhersteller weltweit“, Gesamtjahr 2013

Japanische Autozulieferer mussten wegen verbotener Preisabsprachen mit 1,24 Milliarden Yuan (151 Millionen Euro) bereits die höchste Geldbuße zahlen, die Chinas Wettbewerbshüter bisher verhängt haben. Vier BMW-Händler in der Provinz Hubei müssen eine Strafe in Höhe von 1,6 Millionen Yuan (195.000 Euro) zahlen. Gegen Audi und seinen chinesischen Partner FAW hatte die hinter den Ermittlungen stehende Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) auch Strafen angekündigt. Auch gegen Mercedes wird ermittelt.

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