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09.03.2006

15:58 Uhr

Von Volkswagen an Eurazeo

Europcar wechselt den Besitzer

Volkswagen hat den Verkauf von Europcar an Eurazeo perfekt gemacht. Der französische Finanzinvestor muss 3,32 Mrd. Euro für den Autovermieter berappen. Von dem Geld kommt aber nur ein kleiner Teil in Wolfsburg an.

Eurazeo hat bei Europcar zugegriffen. Foto: dpa

Eurazeo hat bei Europcar zugegriffen. Foto: dpa

HANNOVER. Von der Summe entfielen rund 1,26 Mrd. Euro auf den Kaufpreis und rund 2,06 Mrd. auf die vom Käufer zu übernehmenden Finanzschulden, teilte Europas größter Autokonzern am Donnerstag in Wolfsburg mit. Der Aufsichtsrat von VW und die Aufsichtsbehörden müssen dem Verkauf noch zustimmen. Volkswagen rechnet damit, dass das Geschäft noch im zweiten Quartal dieses Jahres abgewickelt werden kann.

Ein Verkauf an Eurazeo war erwartet worden, nachdem Volkswagen in der vergangenen Woche exklusive Verhandlungen mit dem börsennotierten französischen Unternehmen bestätigt hatte. Der Preis liegt jedoch höher als ihn Analysten mit rund 3 Mrd. Euro geschätzt hatten; die VW-Aktie legte vorübergehend um mehr als zwei Prozent zu. Bis zuletzt hatte VW-Chef Bernd Pischetsrieder sich auch einen Börsengang von Europcar vorbehalten.

Eurazeo hatte dem Europcar-Betriebsrat nach dessen Angaben versichert, dass nach der Übernahme kein Personal abgebaut werde und keine Verlagerung von Unternehmensteilen geplant sei. Der Arbeitnehmervertretung war für den Verkauf ein Mitspracherecht von VW eingeräumt worden. Die französische Investmentgesellschaft ist bereits mit dem Lkw-Vermieter Fraikin in der Autovermietung tätig.

Eurazeo habe in den Gesprächen mit der Arbeitnehmervertretung versichert, langfristig an Europcar beteiligt sein zu wollen. Es gebe keinerlei Pläne, den Autovermieter an einen Konkurrenten weiterzuverkaufen.

Auch der deutsche Konkurrent Sixt hatte sich mit dem Investor Apax um eine Übernahme bemüht. Gegen einen Zuschlag für Sixt hatte die Belegschaft von Europcar Bedenken geäußert, da sie bei einer Übernahme durch die Münchener die Zerschlagung des Unternehmens verbunden mit massiven Arbeitsplatzverlusten befürchtet hatte.

Europcar hatte Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr deutlich gesteigert. Der Gewinn vor Steuern erhöhte sich um ein Fünftel auf 101 Mill. Euro während der Umsatz um 9 Prozent auf knapp 1,3 Mrd. Euro wuchs.

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