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12.01.2005

07:34 Uhr

Vor allem Küchenmöbel sind Exportschlager – Gespräch mit Verbandschef Klaas

Deutsche Möbelindustrie sucht Chancen im Ausland

Die deutsche Möbelindustrie will auch in Zukunft vor allem im Ausland wachsen. Bereits jetzt wird jedes vierte in Deutschland hergestellte Möbelstück exportiert. In nur zehn Jahren hat sich die Exportquote damit bereits verdoppelt.

ire BAD HONNEF. „Angesichts der nach wie vor labilen Entwicklung im Inland muss der Export noch weiter ausgebaut werden“, sagte Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der deutschen Möbelindustrie (VDM) dem Handelsblatt. Der Verbands- chef rechnet mit einem stetigen Ausbau der Exportquote mit einem jährlich Zuwachs von fünf Prozent auf insgesamt 50 Prozent innerhalb der nächsten Jahre.

Bereits jetzt wird jedes vierte in Deutschland hergestellte Möbelstück exportiert. In nur zehn Jahren hat sich die Exportquote damit bereits verdoppelt. Im Jahr 2004 wurden Wohnungseinrichtungen im Wert von 5,3 Mrd ins Ausland geliefert. Dabei nahmen die Länder der EU mit 63 Prozent wertmäßig den größten Anteil ein. Besonders beliebt sind deutsche Polstermöbel, Küchen und Schränke vor allem bei den direkten Nachbarn wie den Niederländern, die im vergangen Jahr deutsche Möbel im Wert von hochgerechnet 750 Mill. Euro importierten.

Da in den Nachbarländern die Exporte aber teilweise schon wieder rückläufig sind, lenkt Verbandschef Klaas das Augenmerk seiner Branchenkollegen beispielsweise auf die USA, Osteuropa und Asien. Ihre internationale Leistungsfähigkeit stellt die deutsche Industrie vom nächsten Montag an auf der in Köln stattfinden Branchenmesse „imm cologne 2005“ unter Beweis.

Die deutsche Möbelindustrie steigerte in den vergangenen zehn Jahren ihre Ausfuhren über den Großen Teich zwar um das zweieinhalbfache, doch ist mit einem Liefervolumen von Möbeln im Wert von rund 200 Mill. Euro in einem Möbelmarkt von jährlich rund 71 Mrd. Dollar noch genug Spielraum nach oben vorhanden.

In den ersten neun Monaten 2004 sind die Exporte in die USA überdurchschnittlich gewachsen. Beispielsweise steigerten die deutschen Hersteller von Küchenmöbeln ihre Exporte im vorigen Jahr um satte 40 Prozent. „Made in Germany“ habe bei den Amerikanern immer noch einen sehr guten Klang, berichtet Verbandschef Klaas, sofern die Produkte als deutsche Möbel erkennbar seien. „Marken sind deshalb sicherlich ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg“, sagt Klaas.

Erfolgreiche Markenhersteller wie die Poggenpohl Möbelwerke GmbH erzielen sogar nur noch ein Viertel ihres Umsatzes im Inland. „Wir haben im vergangenen Jahr 27 neue Küchenstudios insgesamt 19 Ländern eröffnet“, sagte Poggenpohl-Geschäftsführer Elmar Duffner dem Handelsblatt. Der Kücheneinrichter hat sich im Auslandsgeschäft vor allem auf die Ausstattung kompletter Apartment-Häuser mit Küchenmöbeln spezialisiert. Nach dem New Yorker Bloomberg-Tower stehen auch Objekte in den boomenden Regionen Ostasiens auf der Referenzliste des Unternehmens.

„Ein weiterer wichtiger Möbelmarkt reift mit rasanter Geschwindigkeit vor unserer Haustür heran“, berichtet Verbandschef Klaas. Die osteuropäischen Beitrittsstaaten sowie Rumänien und Bulgarien haben ihre Einfuhren aus Deutschland innerhalb der vergangenen zehn Jahre mehr als verdreifacht. Auch mittlere und höhere Preislagen würden dort an eine wachsende und inzwischen gut verdienende Kundschaft verkauft. „Angesichts des Wirtschaftswachstums in dieser Region dürfte der Trend weiter anhalten“, gibt sich Klaas überzeugt.

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