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13.05.2013

08:05 Uhr

Vorstand Rohstoff AG

Zinnabbau im Erzgebirge verzögert sich

In Sachsen befindet sich eins der größten Zinnvorkommen der Welt. Bisher wird es allerdings noch nicht abgebaut, die Finanzierung dafür ist unsicher. Der DRAG-Vorstand sieht sich aber keinem Zeitdruck ausgesetzt.

Eine Geologin begutachtet im Bohrkernlager der Deutschen Rohstoff AG in Chemnitz Proben von Zinnvorkommen aus Gottesberg im Vogtland. dpa

Eine Geologin begutachtet im Bohrkernlager der Deutschen Rohstoff AG in Chemnitz Proben von Zinnvorkommen aus Gottesberg im Vogtland.

Chemnitz/HeidelbergDie eigentlich für dieses Frühjahr geplanten weiteren Probebohrungen zur Erkundung von Zinnvorkommen im Erzgebirge und im Vogtland verzögern sich. „Die Finanzierung ist derzeit etwas schwierig“, sagte der Vorstand der Deutschen Rohstoff AG (DRAG) aus Heidelberg, Thomas Gutschlag, der Nachrichtenagentur dpa. Das Geld dafür sollte an der Börse in Melbourne (Australien) beschafft werden. „Der Markt in Australien gibt seit Mitte 2012 keinen Börsengang her. Das wirft uns aber nicht um“, sagte Gutschlag. „Wir wollen mit den Projekten im Erzgebirge so schnell wie möglich vorankommen.“ In etwa fünf Jahren soll es mit dem Bergbau losgehen.

„Es gibt aber keinen Zeitdruck“, versicherte Gutschlag. „Ich denke, dass sich die Marktlage noch in diesem Jahr wieder bessert.“ Die Projekte seien nicht gefährdet. „Wir stehen hundertprozentig hinter dem Zinnprojekt in Sachsen.“ Durch die vorhergehenden Probebohrungen von November 2011 bis April 2012 sei vieles schon bekannt. Demnach wurden für das Vorkommen in Gottesberg im Vogtland etwa 115 000 Tonnen und in Geyer rund 44 000 Tonnen Zinn errechnet. Die Rede war von einem der weltweit größten Zinnvorkommen.

Die Experten der Deutschen Rohstoff AG hatten sich an Studien von DDR-Geologen aus den 1970er- und 1980er-Jahren orientiert. Nach früheren Angaben hätten die beiden sächsischen Vorkommen zusammen einen Wert von etwa 3,34 Milliarden Euro. Die neuen Probebohrungen sollen die bisherigen Erkenntnisse weiter verfeinern, sagte Gutschlag. Diese seien derzeit aber nicht zwingend.

Das Unternehmen sucht inzwischen auch bei Sadisdorf im Osterzgebirge nach Zinn. Die Tin International - eine Unternehmenstochter - hatte dafür erst im Februar die notwendige Lizenz des Sächsischen Oberbergamtes erhalten. In der Region war schon früher Zinn abgebaut worden. Jetzt würden alle zugänglichen Daten gesichtet und ausgewertet, hieß es.

Zinn gilt als knapper Rohstoff. Die größten Lagerstätten befinden sich in China, in Indonesien und Brasilien. Weitere bedeutende Zinnfelder liegen in Bolivien, Russland und Peru. Die DRAG geht davon aus, dass die weltweite Nachfrage von zuletzt etwa 350 000 Tonnen im Jahr bis 2015 auf 400 000 steigt - und dass der wachsende Verbrauch auch den Preis weiter in die Höhe treibt.

Von

dpa

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