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06.10.2011

17:16 Uhr

Vorstandschef geht

Solar Millennium kommt nicht zur Ruhe

Erst kündigt Solar Millennium seinen Rückzug vom US-Markt an, nun verliert der Kraftwerkshersteller auch noch seinen bisherigen Vorstandsvorsitzenden Christoph Wolff. Es geht weiter drunter und drüber.

Eine Solaranlage im kalifornischen Cramer Junction. dpa

Eine Solaranlage im kalifornischen Cramer Junction.

Düsseldorf.Der Kraftwerkshersteller Solar Millennium kommt nicht zur Ruhe: Wenige Tage nach dem Ausscheiden von Firmengründer Hannes Kuhn aus dem Aufsichtsrat gab die Erlanger Firma am Donnerstag den Rücktritt des bisherigen Vorstandsvorsitzenden Christoph Wolff bekannt. Damit nicht genug: Außerdem zieht sich der Erlanger Kraftwerkshersteller vom US-Markt zurück. Dabei galten die USA noch vor kurzem als hoffnungsvoller Markt.

Wolff habe sein Amt auf eigenen Wunsch niedergelegt, bleibe dem Unternehmen aber „freundschaftlich und beratend“ verbunden, teilte Solar Millennium mit. Neuer Vorstandschef sei das bisherige Vorstandsmitglied Jan Withag. Wolff begründete seine Entscheidung in der Pressemitteilung mit der Restrukturierung des US-Geschäfts.

Nach dem Aus für das kalifornische Solarthermie-Projekt im August lässt der Konzern den US-Markt nämlich vorerst ruhen. Die im Südwesten der USA stattdessen geplanten Photovoltaik-Projekte übernimmt nun das Unternehmen Solarhybrid in Brilon, teilte Solar Millennium mit. Es sei vereinbart worden, dass Solarhybrid dem deutschen Unternehmen die Kosten für die Projektentwicklung erstatte. Zudem solle das Erlanger Unternehmen am Gewinn der US-Solarkraftwerke beteiligt werden. Ein Solar-Millennium-Sprecher sagte, dank dieser „Partnerschaft“ könnten die Kraftwerksprojekte sinnvoller und schneller auf den Weg gebracht werden. Die zwei bis drei Dutzend Solar-Millennium-Mitarbeiter würden in den USA von Solarhybrid übernommen.

Wolff erklärte, die Vereinbarung mit solarhybrid sei unter den gegebenen Marktbedingungen der beste Weg für das Unternehmen und seine Aktionäre, den Wert der Investitionen in den USA zu sichern und Solar Millennium an künftigen Erträgen partizipieren zu lassen. „Diese Sicherheit zu schaffen, war gemeinsames Ziel von Vorstand und Aufsichtsrat. Dies haben wir erreicht, und damit ist für mich der richtige Zeitpunkt gekommen, den Vorstandsvorsitz in neue Hände zu geben“, teilte er mit.

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