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03.04.2006

17:44 Uhr

Vorwurf der Preismanipulation

Stromkonzerne kündigen Transparenz-Initiative an

Die vier großen Stromkonzerne wollen den Handel an der Leipziger Strombörse EEX transparenter machen. In einem gemeinsamen Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), das dem Handelsblatt vorliegt, kündigen Eon, RWE, EnBW und Vattenfall an, man wolle Vorwürfe entkräften, die Energiekonzerne manipulierten die Preise an der Börse.

HB BERLIN. Die neuen Transparenzregeln sollen bereits ab dem 10. April gelten. „Um das Vertrauen unserer Kunden in die Energiewirtschaft und die wettbewerblichen Preisbildungsmechanismen zu stärken, haben wir uns entschlossen, zukünftig wesentliche Betriebsdaten unserer Stromerzeugungsgesellschaften zu veröffentlichen“, heißt es in dem Schreiben. Man werde die zusätzlichen Daten über die Plattform der EEX börsentäglich im Internet bereitstellen.

In einer Auflistung, die dem Schreiben der Energieversorger beigefügt ist, sind die einzelnen Maßnahmen definiert. Die Unternehmen wollen künftig börsentäglich ab zehn Uhr morgens die verfügbaren Kapazitäten für die nächsten 365 Tage veröffentlichen. Ab 16.30 Uhr sollen zudem die tatsächlich erzeugten Strommengen der letzten sieben Kalendertage angegeben werden. Die Daten werden nach Energieträgern aufgeschlüsselt. Auch täglich aktualisierte Meldungen über Ausfälle, planmäßige Stillstände und Revisionen gehören zum Angebot.

Stromverbraucher hatten den Energiekonzernen in den vergangenen Monaten immer wieder vorgeworfen, die vier großen Stromerzeuger nutzten die mangelnde Liquidität des Marktes, um die Preise zu manipulieren. 2005 waren die Notierungen der Terminkontrakte für Stromlieferungen im Jahr 2006 um 50 Prozent auf über 50 Euro je Megawattstunde gestiegen. Nach Einschätzung der Verbraucher kann die Preisbildung nur nachvollzogen werden, wenn alle Marktteilnehmer wissen, welche Erzeugungskapazitäten aktuell zur Verfügung stehen. Werde etwa unangemeldet ein Kraftwerk aufgrund von lange vorhersehbaren Revisionsarbeiten vom Netz genommen, löse die dadurch entstehende Verknappung des Angebotes irrationale Preissprünge aus.

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