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18.08.2014

11:50 Uhr

Vorwurf der Preistreiberei

Mercedes Benz droht Ärger in China

Chinas Kartellwächter haben Mercedes Benz für schuldig befunden. Der deutsche Autobauer soll seine Stellung ausgenutzt und Preise unter anderem für Ersatzteile abgesprochen haben. Betroffen sind auch Audi und Chrysler.

Das Mercedes-Benz-Büro in Shanghai: Der Autobauer soll seine Marktposition ausgenutzt haben. AFP

Das Mercedes-Benz-Büro in Shanghai: Der Autobauer soll seine Marktposition ausgenutzt haben.

ShanghaiDaimler droht in China ein Bußgeld wegen Manipulation von Preisen. Die Preiswächter haben nach Medienberichten Beweise für verbotene Absprachen mit Mercedes-Händlern in der Provinz Jiangsu gefunden. „Der Fall von Daimler ist ein typisches Monopol, das seine beherrschende Position ausnutzt, um im Kundendienst die Preise für Ersatzteile und Wartung zu kontrollieren“, sagte Direktor Zhou Gao vom Preisbüro der ostchinesischen Provinz nach Angaben der Zeitung „Jinghua Shibao“ vom Montag. Daimler in Peking teilte nur mit, der Autobauer kooperiere in den Ermittlungen.

Chinas Behörden untersuchen seit Wochen die Preispolitik von Autoherstellern. Erst vergangene Woche waren wegen Verstößen gegen das Anti-Monopolgesetz erstmals Strafen in Höhe von 1,6 Millionen Yuan (195.000 Euro) gegen BMW-Händler verhängt worden. Auch wird eine Geldbuße gegen Audi erwartet, da das Verfahren gegen das deutsch-chinesische Gemeinschaftsunternehmen kurz vor dem Abschluss stehen soll. Wie die renommierte Wirtschaftszeitung „21st Century Business Herald“ berichtete, soll sich die Strafe auf 250 Millionen Yuan, umgerechnet 30 Millionen Euro, belaufen.

In der wohlhabenden Provinz Jiangsu ermittele das Preisbüro schon seit Anfang Juli gegen Mercedes-Händler in Suzhou, Wuxi und anderen Metropolen, berichtete die „Jinghua Shibao“. Auch das Daimler-Büro in Shanghai sowie ein großer Händler mit Hauptsitz in der nordostchinesischen Hafenstadt Dalian seien untersucht worden. Es seien „Beweise gefunden worden“, schrieb das vom kommunistischen Parteiorgan „Volkszeitung“ herausgegebene Blatt.

Den Vorwurf wollte Daimler aus Rücksicht auf das laufende Verfahren allerdings nicht bestätigen, wie ein Sprecher in Peking sagte. In den Berichten der Zeitung und der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua wurde darauf verwiesen, dass die Ersatzteile für einen Mercedes der C-Klasse in China mehr als zwölfmal soviel kosteten wie das fertige Auto selbst. Die Staatsagentur zitierte auch einen Händler, „alle Preise im Kundendienst werden von Daimler festgelegt“.

Chinas Staatsmedien werfen Autoherstellern schon lange Preistreiberei vor. Im Vergleich zu den USA und Europa seien die Preise in China teilweise deutlich höher. Es sollen Ermittlungen gegen mehr als 1000 Autounternehmen, Händler und Zulieferer laufen. Im Visier haben die Wettbewerbshüter aber besonders den Oberklasse-Markt, den deutschen Anbieter wie Audi, BMW und Daimler dominieren.

Audi und sein chinesischer Partner First Automotive Works (FAW) hatten bereits eingeräumt, dass es im Händlernetz in der Provinz Hubei teilweise Verstöße gegen das Anti-Monopolgesetz gegeben habe. Wegen der Ermittlungen und der angedrohten Strafen, die ein Prozent des Umsatzes ausmachen können, geht in der Branche die Angst um. Audi, Daimler, BMW, Jaguar Land Rover, Chrysler, Toyota und Honda haben bereits Preisermäßigungen für Ersatzteile verkündet.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr wulff baer

18.08.2014, 09:51 Uhr

Müßte auch mal bei uns gemacht werden:
Autofabriken für ihre überteuerten Ersatzteil- und Reparaturkosten vor den Kadi zu holen.
Gerade hat mir einer eine Delle in die Heckstoßstage + kleinen Lackschaden gemacht.
Reparaturkosten incl. Gutachten 1500 €.
Lass ich mir natürlich auszahlen und warte auf den nächsten Bumskopp.

Herr Tom Beck

18.08.2014, 10:54 Uhr

ausgerechnet die Weltmeister der Plagiate und des Diebstahls geistigen Eigentums, jammern weil andere sich nicht an die Regeln halten. Mal abgesehen davon das Autos und Reparaturen in Deutschland genügend Zündstoff bieten, finde ich es gut das die Deutsche Wirtschaft den Chinesen die Erkenntnis gebracht haben, dass die Einhaltung von Regeln durchaus Sinn macht.

Herr peter Spirat

18.08.2014, 11:13 Uhr

Mecedes denkt noch immer, dass alle dumm sind.

Was mal vor 50 Jahren (mit Mercedes) war, interessiert unsere chinesischen Freunde überhaupt nicht. Chinesen denken an die Zukunft und verhalten sich so.

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