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22.09.2011

14:03 Uhr

Vorwurf des Vertragsbruchs

Suzuki setzt VW Ultimatum

Suzuki geht im Streit mit Volkswagen in die Offensive. Der japanische Autobauer forderte den Wolfsburger Konzern am Donnerstag ultimativ auf, seinen Vorwurf des Vertragsbruchs bis Ende September zurückzuziehen.

Seit zwei Jahren kooperieren die Autobauer VW und Suzuki. dpa

Seit zwei Jahren kooperieren die Autobauer VW und Suzuki.

Tokio/HamburgDer Streit zwischen den Partnern Volkswagen und Suzuki geht in die nächste Runde. Nun fordert der japanische Autobauer von VW, den Vorwurf des Vertragsbruchs bis Ende September zurückzunehmen. „Suzuki hat niemals die Vereinbarung mit VW gebrochen“, sagte Suzuki-Chef Osamu Suzuki laut Mitteilung am Donnerstag. Zudem bezeichnete der 81-Jährige die Verbindung mit den Deutschen in einem Brief als „Fußfessel“ für sein Unternehmen.

Durch die Vorwürfe von VW habe der Ruf von Suzuki schweren Schaden genommen, sagte der Firmenpatriarch. Die Aussagen verunglimpften die Ehre von Suzuki. Seitens Volkswagen hieß es, das Unternehmen könne nicht nachvollziehen, „dass die Einforderung vertraglich festgelegter Rechte „rufschädigend sein soll“. VW bleibe bei seiner Forderung: Der Bezug von Dieselmotoren von einem anderen Hersteller stehe im Widerspruch zu den Vertragsinhalten.

Auf die Vorwürfe von VW, Vertragsbuch begangen zu haben, reagierten die Japaner ihrerseits ebenfalls mit Vorwürfen in Richtung Wolfsburg: Darin bezichtigen sie Europas größten Autobauer der Rufschädigung. In einem Brief an Volkswagen habe der Vorstand zudem den Bezug von Dieselmotoren von Fiat gerechtfertigt.  

Volkswagen hatte Suzuki des Vertragsbruchs bezichtigt, weil die Japaner Dieselmotoren vom italienischen Rivalen beziehen anstatt von den Wolfsburgern. Weiteres Öl hatte VW-Chef Martin Winterkorn ins Feuer gegossen, als er während der IAA auf die Kräfteverhältnisse hinwies. Volkswagen ist mit knapp 20 Prozent größter Eigner des japanischen Kleinwagen- und Motorradspezialisten. Daraufhin hatte sich Fiat prompt als Kooperationspartner für Suzuki ins Spiel gebracht.   

Die Partnerschaft mit dem japanischen Autobauer war VW vor zwei Jahren eingegangen, um seine Position im Zukunftsmarkt Indien auszubauen. In der Allianz hing jedoch von Anfang der Haussegen schief. Suzuki fühlte sich von dem viel größeren deutschen Konzern dominiert und fürchtete um seine Selbstständigkeit, da VW die Japaner bereits als nächste Marke in ihrem Riesenreich sah.

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Kommentare (2)

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22.09.2011, 14:23 Uhr

Ja auch die Japaner können sich nicht nur immer hiinter Tradition und Ehrkodexen verstecken. Wenn man mit VW einen Vertrag schliesst, gilt es diesen auch einzuhalten. Es kann ja wohl nicht sein, dass die Japse in Italien bei der Kokurenz Motoren kaufen, von den Deutschen aber (als grössten Aktionär) die Unterstützung fordern. Es ist gut, das man dem alten 81 jährigen Herrn Suzuki ein bisschen auf die Finger klopft, denn für selbstherrliches Handeln in der vergangenheit ist er ja mehr als bekannt.
Herr Suzuki muss erkennen, dass mit VW nicht auf 2 Hochzeiten tanzen kann.Wer weis: Vu-Wuki Motorräderzukunft

Andrew

22.09.2011, 15:24 Uhr

Die Japaner setzen in der Regel auf vertrauensvolle Zusammenarbeit. Da sie "fremdgehen", ist eher als ein Verzweiflungsakt zu sehen. Warum? Weil sie von den arroganten Wolfburger hingehalten werden und nicht das bekommen, was sie mit der Kooperation erhooft haben. Genau das gleiche haben die Wolfsburger auch mit den Chinesen versucht.

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